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Diskussion zur Zukunft des Holzbaus

Über 180 Branchenexperten berieten in Bad Ischl über Normen, Schnittstellen und Baupraxis.

Rund 180 Fachleute aus Architektur, Tragwerksplanung und Ausführung nutzten das 20. Jubiläum der Holz_Haus_Tage im oberösterreichischen Bad Ischl für einen intensiven Fachaustausch. Seminarleiterin Sylvia Polleres eröffnete die zweitägige Fachtagung gemeinsam mit Josef Frauscher (Bundesinnung Holzbau) und Christian Schneider (Österreichischer Fertighausverband). Im Zentrum der Debatten standen neben dem ökologischen Transformationsprozess vor allem bautechnische Schnittstellen sowie zukunftsweisende Forschungsergebnisse.

Normenrahmen und ökonomische Marktchancen

Verena Jakoubek-Konrad vom Vorarlberger Architektur Institut formulierte gleich zu Beginn die gestiegenen Anforderungen an den Sektor: „Der ökologische Wandel verlangt eine ressourcenschonende Baupraxis bei unverändert hoher architektonischer und baulicher Qualität.“ Die normative Basis dafür erweitert sich derzeit markant. Ulrich Hübner vom Fachverband der Holzindustrie analysierte den über 750 Seiten starken neuen Eurocode 5 und betonte: „Einheitliche europäische Standards bringen massive Vorteile und Planungssicherheit bei grenzüberschreitenden Auslandsprojekten.“ Parallel dazu eröffnen sich neue Marktchancen im großvolumigen Segment: Filip Rosa (ATL Immoinvest) wies darauf hin, dass steigende CO2-Bepreisungen konventioneller Baustoffe dem Holzbau signifikante Kostenvorteile verschaffen.

Schnittstellen und Gebäudehülle im Detail

Ein wesentlicher Schwerpunkt widmete sich der baulichen Praxis im Hochbau. Sylvia Polleres präsentierte den neuen Leitfaden für Gewerke-Schnittstellen, während Anton Kraler von der Universität Innsbruck technische Detaillösungen für zurückspringende Staffelgeschosse darlegte. Im Dachbereich erläuterte Reinhold Steinmaurer die novellierte ÖNorm B 4119 für Unterdächer. Werner Linhart thematisierte die PV-Integration gemäß Normentwurf ÖNorm M 7778 und hielt fest: „Gebäudehülle und Solartechnik müssen künftig zwingend als integrale Einheit geplant werden.“ Futurist Marcel Aberle ergänzte den technischen Diskurs um strategische Transformationsmethoden für zukunftsfähige Bauprojekte.

Bauphysik und Normenpraxis im Test

Am zweiten Veranstaltungstag rückten bauphysikalische Parameter und Schadensprävention in den Mittelpunkt. Karsten Schnelle plädierte für einen tiefgreifenden Kulturwandel in der Projektierung, während Walter Riegler typische Fehlerbilder bei Nassestrich-Aufbauten und deren Risiken für den Schall- und Feuchteschutz sezierte. Bernd Nusser (Holzforschung Austria) stellte neue Messdaten zum Trittschallschutz von Holzmassivdecken vor, die Fachplanern ab sofort über die Online-Plattform dataholz.eu zur Verfügung stehen. Simon Winter definierte die neue OIB-Richtlinie 7 als entscheidendes Instrument zur Marktprofilierung über fundierte Ökobilanzdaten. Brandschutzexperte Philipp Trimmel und Feuchteschutzspezialistin Claudia Koch rundeten die Fachtagung mit Analysen zu beschichteten Holzfassaden sowie dem Witterungsschutz im großvolumigen Bauen ab und lieferten essenzielle Handlungssicherheit für die Baupraxis.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 30. Oktober 2026 - zuletzt bearbeitet am 30. Oktober 2026


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AutorRedaktion
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