Sieben Projekte für Staatspreis Architektur nominiert
Die Jury wählte vorbildliche Neubauten und Sanierungen aus vier Bundesländern aus.
Das Interesse der Fachwelt am Österreichischen Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit bleibt auf konstant hohem Niveau. Für die mittlerweile neunte Auflage der Auszeichnung bewarben sich bundesweit 65 Planungs- und Bauträgerteams. Nach einer detaillierten Erstsichtung nahm das Gremium 13 Objekte im Rahmen einer Vor-Ort-Juryreise genauer unter die Lupe. Sieben Projekte setzten sich schließlich durch und stehen im Finale des renommierten Wettbewerbs.
Fokus auf Bestand und Ressourceneffizienz
Die nominierten Bauten spiegeln aktuelle baukulturelle Trends wider, bei denen Sanierungen und Kreislauffähigkeit das Planungsgeschehen dominieren. „Die Einreichungen und insbesondere die nominierten Projekte zeigen klar: Energieeffizientes und ressourcenschonendes Planen, Bauen und Sanieren sind fester Bestandteil einer zukunftsfähigen Baukultur in Österreich“, betont Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner. Die Transformation der Bauwirtschaft gewinne dadurch weiter an Dynamik: „Dabei richtet sich der Fokus zunehmend auf das Bauen im Bestand, die Wiederverwendung bestehender Materialien, den Einsatz erneuerbarer Energien und soziale Nachhaltigkeit. Mit dem Staatspreis Architektur und Nachhaltigkeit zeigen wir, wie innovative und ganzheitliche Lösungen in der Praxis aussehen können und welchen Beitrag hochwertige Architektur zu einer nachhaltigen Entwicklung und zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreich leistet.“
Breites Spektrum an Best-Practice-Bauten
Das Feld der Nominierten bildet die Vielfalt moderner Planungsansätze ab. In Wien überzeugten das Großprojekt Francis im Althan Quartier mit seiner multifunktionalen Bestandsweiterentwicklung, der kreislauforientierte Ersatzneubau der Sport Arena Wien, das sozial ausgerichtete Wohnbauvorhaben parcours sowie die denkmalgerechte Schulsanierung in der Molitorgasse. Aus den Bundesländern qualifizierten sich die Bestandserweiterung der Firmenzentrale Windkraft Simonsfeld in Niederösterreich, das als Plus-Energie-Quartier konzipierte Salzburger Wohnprojekt Gnice am Eichetwald sowie das Posthus Egg als ortsbildprägender Ersatzneubau in Vorarlberg für die Endrunde.
Gleichgewicht von Baukunst und Technik
Die Jury hob hervor, dass baukünstlerischer Anspruch und ökologische Performance nicht länger getrennt voneinander betrachtet werden. „Die Projekte zeichnen sich durch eine ernsthafte, tiefgehende Auseinandersetzung mit den Anforderungen an nachhaltiges Bauen aus. Architektur und Nachhaltigkeit werden immer mehr als selbstverständliche Einheit gedacht“, unterstreicht Juryvorsitzender Matthias Hein. Präzise Eingriffe erwiesen sich dabei oft als Hebel für signifikante ökologische Gewinne: „Besonders deutlich wird dies beim Umgang mit dem Bestand und der Einbettung in die Umgebung, bei Fragen der Kreislauffähigkeit und der Nachnutzung sowie beim Einsatz von Materialien. Viele Projekte zeigen zudem, dass bereits mit vergleichsweise kleinen, präzise gesetzten Maßnahmen eine große Wirkung erzielt werden kann.“
Klimaaktiv-Standard als Prüfmaßstab
Für eine ausgewogene Evaluierung sorgte die paritätische Besetzung des sechsköpfigen Preisgerichts mit Fachleuten aus Architektur und Nachhaltigkeit, die jeweils über ein Vetorecht verfügten. Als methodische Bewertungsgrundlage fungierten die Kriterien des etablierten klimaaktiv Gebäudestandards, der in der DACH-Region als relevanter Benchmark gilt. Für Auftraggeber und Generalplaner signalisiert die Auszeichnung, wie anspruchsvolle Dekarbonisierungsziele wirtschaftlich umgesetzt werden können. Die Bekanntgabe der finalen Preisträger erfolgt im November im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung in Wien.
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