CO2-Kältetechnik gewinnt an Bedeutung
Sinkende HFKW-Mengen in der EU beschleunigen den Wandel hin zu klimafreundlicher Kältetechnik.
Die Europäische Union kappt ab 2027 die zulässigen Mengen neu hergestellter HFKW-Kältemittel drastisch von 42,9 auf 21,7 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent. Grundlage dafür bildet die novellierte Verordnung über fluorierte Treibhausgase. Für Betreiber von Anlagen im Lebensmitteleinzelhandel, in der Gastronomie, der Kühllogistik sowie der pharmazeutischen Lagerung wächst dadurch die Notwendigkeit, frühzeitig auf Alternativen umzusteigen, bevor synthetische Stoffe verknappen und sich weiter verteuern.
Flankiert wird diese Entwicklung durch den Aktionsplan der Europäischen Kommission zur Elektrifizierung sowie angekündigte Pläne für den Bereich Heizen und Kühlen. Die Kältebranche steht damit vor einem grundlegenden Strukturwandel hin zu elektrifizierten Systemen mit niedrigen Treibhausgasemissionen. Das natürliche Kältemittel CO₂ mit der Bezeichnung R744, das bereits im 19. Jahrhundert weit verbreitet war und später von synthetischen Gasen verdrängt wurde, erlebt durch moderne Verdichter und Regelungstechnik eine Renaissance. Hersteller wie Panasonic verweisen in diesem Marktumfeld auf mehrjährige Erfahrung mit der Technologie. Bereits seit 2009 fertigt das Unternehmen Verflüssigungssätze für Kohlendioxid, eigene Verdichter werden seit 2001 produziert.
Enrique Vilamitjana, Geschäftsführer von Panasonic Heating & Air Conditioning Europe, betont, man habe lange vor den aktuellen Regulierungen erkannt, in welche Richtung sich die Branche entwickeln müsse. Dieser zeitliche Vorsprung mache sich bezahlt, da Anwender nun erprobte Lösungen statt kurzfristiger Notlösungen nachfragten. Messungen des Herstellers belegen Effizienzgewinne der Technologie im Vergleich zu älteren Kältemitteln wie R404 A.
In Vergleichsstudien sank der Stromverbrauch bei Tiefkühlung um 25,4 Prozent und bei Normalkühlung um 16,2 Prozent, während die Gesamtemissionen um 67 Prozent zurückgingen.
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