Wiener Altbau speichert Sonnenkraft

Gründerzeithäuser in Wien haben großes Photovoltaikpotenzial. Bei einem Haus im 5. Bezirk wurde dies nun genutzt.

Ein Gründerzeithaus in der Schönbrunner Straße in Wien Margareten wurde kürzlich mit Fotovoltaik-Modulen mit einer Gesamtleistung (Peakleistung) von 9,9 kWpeak ausgestattet. Zudem ließ die Wiener Immobilienverwaltung Dr. Denk Immobilientreuhand KG einen Stromspeicher mit einer Speichertiefe von 14kWh und alle benötigten Komponenten wie Wechselrichter etc. installieren. Die Stromproduktion aus der PV-Anlage soll der Hausverwaltung und Kanzlei zur Verfügung stehen, Überschüsse sollten für die Speicherung und Elektroauto-Anbindung verwendet werden.

Die Immobilienfirma beauftragte die Introc GmbH, spezialisiert auf die Substanzerhaltung in Altbauten in Wien, mit der Erstellung einer Wirtschaftlichkeitsanalyse einer PV-Anlage auf dem Gründerzeithaus. Dabei half der Wiener Solarkataster, das Potenzial an jährlich Sonnenstunden ungefähr zu evaluieren. Die Eignung laut Solarkataster Wien für das Süddach der Schönbrunner Straße war gut bis sehr gut (und zwar über 900 Sonnenstunden pro Jahr).

Die Elektrotechnik Unger Gmbh aus Mannsdorf an der Donau und die Firma EMP GmbH aus Ehrenschachen in der Steiermark teilten sich nach einer Ausschreibung die Bereiche „Hauselektrik“ und „Photovoltaik-Installation“ auf. Die Montage der Photovoltaikanlage gestaltete sich schwierig, wie die Unternehmen nun berichten: Einerseits gab es bis auf eine kleine Luke keinen Zustieg zum Dach, andererseits war die Dachhülle neu hergestellt und ein Aufschneiden des Daches stellte keine Option dar. Hier fand Markus Unger, Geschäftsführer der Elektrotechnik Unger, eine praktische Lösung: Es wurde eine Ladefläche für die Solarmodule auf dem Dach hergestellt, auf die 33 Paneele mittels Kranwagens gehievt wurden. Parallel dazu wurde ein freigegebener Kamin für die AC-Leitung vom am Dachboden befindlichen Wechselrichter hinunter in die Kanzlei verlegt. Die Stemmarbeiten beim Mauerdurchbruch waren minimal, der Bürobetrieb konnte daneben weitergeführt werden.

Der Wiener Stadtvermessung zu Folge sind 64 Prozent der Wiener Dächer theoretisch für eine solarenergetische Nutzung geeignet. Das entspricht einem theoretischen Photovoltaikpotenzial von 5.400 GWh bei einer nutzbaren Fläche von ca. 34 km² auf Wiens Dächern. Rund fünf km² davon sind sogar sehr gut geeignet, heißt es auf der Webseite der Gemeinde Wien. Da ca. 20 Prozent und damit der größte Teil des Wiener Gebäudebestands aus Altbauten besteht, bieten vor allem Gründerzeithäuser ein großes Photovoltaikpotenzial.

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