Grüne Gebäude deutlich mehr Wert

Gebäude mit hoher Energieeffizienz erzielen in Deutschland deutlich höhere Marktpreise als unsanierte Vergleichsobjekte. Laut einer aktuellen Datenstudie von ImmobilienScout24 im Auftrag des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle e. V. (BuVEG) liegen die Preisaufschläge bei bis zu 40 Prozent.

Grundlage der Untersuchung sind mehr als 310.000 Immobilieninserate aus dem Jahr 2025. Über alle Baualtersklassen und Regionen hinweg beträgt der durchschnittliche Wertzuwachs infolge energetischer Sanierungen derzeit 23 Prozent – nach 21 Prozent im Jahr 2024. Der Einfluss der Energieeffizienz auf den Immobilienwert gewinnt damit weiter an Bedeutung.

Besonders stark profitieren Altbauten bis Baujahr 1949

Der positive Preiseffekt zeigt sich dabei unabhängig von der Lage – sowohl in Städten als auch im Umland und im ländlichen Raum. Energieeffizienz entwickelt sich zunehmend zu einem gleichwertigen Faktor neben der klassischen Standortfrage. „Energetische Sanierungen werden immer deutlicher zu einem durchschlagenden Wertfaktor von Immobilien. Dies gilt insbesondere für Fassade, Fenster und Dach“, erklärt Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des BuVEG. „Wer in die Gebäudehülle seiner Immobilie investiert, steigert damit spürbar deren Wert.“ Gleichzeitig warnt Hinrichs vor den Folgen ausbleibender Investitionen: „Das Aufschieben von Sanierungsmaßnahmen führt immer mehr dazu, dass der Wert energetisch schlechte Immobilien deutlich absackt.“

Sanierungsdynamik bleibt trotz wirtschaftlicher Vorteile gering

Die Sanierungsquote lag 2024 bei lediglich 0,7 Prozent, notwendig wären mindestens 2 Prozent, um den Gebäudebestand langfristig zukunftsfähig zu machen. Aus Sicht des BuVEG ist daher auch die Politik gefordert. „Die Politik könnte den Immobilieneigentümern in Deutschland zielgerichteter unter die Arme greifen, wenn sie das neue Gebäudemodernisierungsgesetz so ausgestaltet, dass es dem sehr unterschiedlich beschaffenen Gebäudebestand in Deutschland Rechnung trägt“, so Hinrichs. Nicht jedes Gebäude benötige sofort eine neue Heizung. „Vielleicht stehen zunächst eine neue Fassade, Fenster oder Dach an. Daher sollten Heizung, Gebäudehülle und Technik künftig gleichberechtigt bei der Förderung ausgestaltet werden.“