Thermische Sanierung: Hohe Nachfrage trotz Förderstop
Branchenradar: Steigende Energiekosten kurbeln den Markt für Dämmstoffe in Österreich an.
Der abrupte Stopp der bundesweiten Sanierungsoffensive im Frühjahr 2026 hat viele Bauherren in Österreich offenbar nicht von ihren Vorhaben abgebracht. Entgegen den Befürchtungen der Bauwirtschaft übertraf der Bedarf an Dämmstoffen und zertifizierten Wärmedämmverbundsystemen im ersten Halbjahr das Vorjahresniveau spürbar. Nach Erhebungen des Marktforschungsinstituts Branchenradar Marktanalyse legte der Absatz von Dämmstoffen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent zu, während Wärmedämmverbundsysteme ein Plus von 6,6 Prozent erzielten.
Besonders im Bereich der Objektgebäude zogen die Sanierungsaktivitäten deutlich an. Während der Verkauf von Materialien für geneigte Dächer um 1,3 Prozent stieg, verharrte die Nachfrage nach Fenstern auf dem Niveau des Vorjahres. Der Sanierungsdruck bleibe vor dem Hintergrund hoher Energiekosten ungebrochen hoch, betont Andreas Kreutzer, Geschäftsführer von Branchenradar Marktanalyse.
Für zusätzlichen Marktschub dürfte die beschlossene Aufstockung der Fördermittel auf 321 Millionen Euro im Jahr 2027 sorgen. Dies erhöhe die Chance, dass ein Heizungstausch vermehrt in bereits thermisch optimierten Gebäuden stattfindet und die Dekarbonisierung des Bestands vorankommt.
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