Tecnair bringt CDUs für Flüssigkühlung
Die neuen CDUs sind auf Leistungen von 50 bis 100 kW pro Rack ausgelegt und erreichen einen hocheffizienten pPUE-Wert von bis zu 1,02.
Der Panasonic-Konzern will den steigenden Kühlbedarf in Rechenzentren mit einer neuen Generation von Coolant Distribution Units (CDUs) adressieren. Die zur Gruppe gehörende Tecnair hat den Marktstart einer Hochleistungsreihe angekündigt, die erstmals auf der Data Centre World London 2026 am 4. und 5.
März vorgestellt wurde. Treiber ist die wachsende Leistungsdichte durch Künstliche Intelligenz und High Performance Computing. Betreiber sehen sich zunehmend mit thermischen Lasten von über 50 kW pro Rack konfrontiert.
Für die kommenden Jahre erwartet Tecnair eine Entwicklung in Richtung 100 kW pro Rack und mehr, bei der klassische Luftkühlung in vielen Szenarien an Grenzen stößt. Die neuen CDUs sind für Direct-to-Chip- sowie Immersionskühlungsarchitekturen ausgelegt und zielen auf einen durchgehenden 24/7-Betrieb. Neben der Verteilung und Regelung des Kühlmediums sollen Überwachung, Redundanz und Skalierbarkeit den Einsatz in High-Density-Umgebungen sowie in modular wachsenden Infrastrukturen unterstützen.
Als Effizienzkennzahl nennt Tecnair pPUE-Werte von bis zu 1,02, erreicht unter anderem durch Freikühlregister und Micro-Channel-Wärmetauscher. Die CDUs werden in Leistungsvarianten mit 400 und 800 kW angeboten und lassen sich über ein modulares Netzwerk für Edge-Deployments und Hyperscale-Rechenzentren ausbauen. Für die Betriebssicherheit setzt Tecnair auf Redundanz in zentralen Komponenten wie Pumpen, Stromversorgungen und Sensorik sowie auf ein redundantes Umschaltsystem, um Wartungsarbeiten oder Ausfälle ohne Unterbrechung der Kühlung abzufangen.
Ein Monitoring- und Diagnosesystem auf Basis einer Modbus-BMS-Steuerung erfasst fortlaufend Parameter wie Temperatur, Druck, Durchflussrate, Wasserstand, Leckagen und Alarme. Die Bedienung erfolgt über ein Touchdisplay, optional auch per Fernzugriff. Panasonic positioniert die CDUs als Teil eines Gesamtsystems, das bei Bedarf um einen Freikühlchiller ergänzt werden kann.
Der Chiller nutzt das Kältemittel R1234ze mit einem GWP von 1,37 nach IPCC AR6 und soll durch Schnellstart insbesondere für Edge-Standorte geeignet sein. Bei niedrigen Außentemperaturen bis minus 10 Grad kann die Freikühlfunktion Kaltwasser bereitstellen und so den Energiebedarf senken. Marktdaten unterstreichen den Hintergrund der Entwicklung.
Die European Data Centre Association erwartet bis 2030 europaweit Investitionen von rund 100 Milliarden Euro in Rechenzentren, während der Energiebedarf laut Verband jährlich um etwa 15 Prozent wächst. Die neue CDU-Reihe soll ab Herbst 2026 europaweit verfügbar sein.

