buildingTIMES
Politik, Recht & Rahmenbuildingtimes.at
 / Lesezeit 2 min

Technische Probleme bei PV-Förderung

PV-Förderung: Nach IT-Ausfällen der Oemag bereitet Hansesun rechtliche Schritte vor.

Der finale Fördercall für Photovoltaikanlagen nach dem aktuellen System endete am Donnerstagabend in einem erneuten IT-Debakel. Das Online-Portal der Abwicklungsstelle Oemag war unmittelbar nach dem Start um 17:00 Uhr teils nicht erreichbar, während fehlerhafte Sicherheitsabfragen die Einreichung blockierten. Für gewerbliche wie private Bauherren bedeutete dies das vorzeitige Aus beim Förderzugang. Der westösterreichische Photovoltaikanbieter Hansesun prüft nun rechtliche Schritte gegen die Abwicklungsstelle, um die Ansprüche betroffener Kunden abzusichern.

Technische Hürden im Sekundentakt

Zur Bewältigung des erwarteten Andrangs mobilisierte Hansesun rund 400 Hilfskräfte im Vierländereck, um Anträge binnen Sekundenbruchteilen durchzuschleusen. Beim vorangegangenen Call war das Gesamtbudget bereits nach 36 Sekunden restlos ausgeschöpft. Trotz technischer Vorkehrungen scheiterten zahlreiche Einreichungen an überlasteten Servern und fehlerhaften Captcha-Routinen. Das Unternehmen dokumentierte die IT-Fehler systematisch und leitete umgehend eine juristische Prüfung ein.

„Wir werden alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, damit Kundinnen und Kunden nicht aufgrund des technischen Versagens der Oemag ihre Förderung verlieren“, betont Andreas Müller, Sprecher von Hansesun. Ein System, in dem Sekunden über tausende Euro Investitionszuschuss entscheiden, müsse absolut verlässlich funktionieren. „Die OEMAG hat zum wiederholten Mal bewiesen, dass sie einen solchen Fördercall technisch nicht abwickeln kann. Das Ministerium hat tatenlos zugeschaut“, kritisiert Müller die wiederholte Vergabe der Abwicklung.

Förderstopp verunsichert Investoren und Planer

Für Fachplaner und Bauträger verschärft sich die Situation durch das anstehende Auslaufen der klassischen Anlagenförderung. Laut Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner wird das System im kommenden Jahr grundlegend umgestellt, wodurch künftig ausschließlich Batteriespeicher und Energiemanagementsysteme bezuschusst werden. Ein erneutes Einreichen abgewiesener Vorhaben ist damit ausgeschlossen. Hansesun rechnet mit zehntausenden leer ausgegangenen Antragstellern, nachdem bereits im Juli-Call rund 25.000 Projekte unberücksichtigt blieben.

„Zehntausende Österreicherinnen und Österreicher, die einen Beitrag zur Klimaneutralität und zur Sicherheit unseres Stromnetzes leisten wollen, gehen sonst leer aus“, warnt Sprecher Andreas Müller. Hansesun fordert das Ministerium auf, alle vorliegenden Anträge auf eine Warteliste zu setzen und über kommende Budgets sukzessive abzuarbeiten. Dies sei notwendig, um geplante Investitionen in die dezentrale Energieerzeugung nicht abrupt abzuwürgen.

Steuerfreibetrag als Alternative zu Fördercalls

Als Alternative zu fehleranfälligen Fördercalls bringt das Unternehmen die Einführung eines Klima-Investitionsfreibetrags ins Spiel. Ein solches steuerliches Instrument würde kontinuierliche Impulse für die Bauwirtschaft und das Installationshandwerk setzen, statt durch Stichtage künstliche Engpässe zu schaffen. Das Modell würde sich durch induzierte Steuereinnahmen weitgehend refinanzieren und Planungsrisiken bei erneuerbaren Energieprojekten nachhaltig minimieren.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 12. Oktober 2026 - zuletzt bearbeitet am 12. Oktober 2026


R
AutorRedaktion
Tags
Hansesun
Photovoltaikanlagen
Förderung
Oemag
Klage
buildingTIMES
Informiert bleiben.

Treffen Sie eine Selektion unserer Newsletter zu buildingTIMES, immoflash, Immobilien Magazin, immo7news, immojobs, immotermin oder dem Morgenjournal

Jetzt anmelden

© Cachalot Media House GmbH - Alle Rechte vorbehalten