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Standbein und Schwungbein

Gebäude & Technik

Neben der TGA-Planung ist das Ingenieurbüro Ringhofer & Partner auch in der Projektierung und dem Betrieb von Biomasse-Anlagen engagiert. Mit dem „Leonardo Smart Vienna Airport“ ist vor kurzem ein Großprojekt in Betrieb gegangen.
Es ging ziemlich zügig. Martin Ringhofer hat nach Absolvierung der HTL Pinkafeld 2005 „zuerst mit einem Partner und 2012 von Null begonnen“, blickt er im Gespräch mit Building Times zurück. Heute hat das Ingenieurbüro Ringhofer & Partner/RIPA 45 Beschäftigte, darunter auch seine Frau Marlene. Die ganze Gruppe beschäftigt 66 Mitarbeiter:innen. Zur Betreuung von Westösterreich ist in Schwaz (Tirol) ein Mitarbeiter stationiert.

Das Ingenieurbüro erzielt, nach Ringhofers Angaben „sieben bis acht Millionen Euro Umsatz“. Martin Ringhofer ist Allein-Eigentümer und Geschäftsführer, Martin Salmhofer ist ebenfalls Geschäftsführer. Die Firma versteht sich als Ingenieurbüro für Gebäudetechnik, Bau- und Energieplanung: „Wir vernetzen alle technischen Systeme eines Gebäudes zu einem funktionierenden und zukunftssicheren Gesamtkonzept. Dabei stehen maximale Energieeffizienz, gelebte Nachhaltigkeit und dauerhaft niedrige Betriebskosten im absoluten Mittelpunkt. Unsere maßgeschneiderten Lösungen berücksichtigen gesetzliche Anforderungen, individuelle Nutzer:innenbedürfnisse und wirtschaftliche Aspekte gleichermaßen“.

Wiener Privatklinik

Nach dem schon gelaufenen Leonardo-Projekt am Flughafen ist Ringhofer derzeit unter anderem mit zwei Großprojekten beschäftigt: Einerseits mit dem Umbau einer Wohnhaus-Anlage mit Geschäftslokal samt Revitalisierung in Berlin und andererseits mit der Generalsanierung der Wiener Privatklinik in der Pelikangasse im Auftrag der Firma Kamper Handwerk und Bau aus Tillmitsch. Um 55 Millionen Euro entstehen sechs hochmoderne Operationssäle, mehrere Ordinationen und weitere medizinische Infrastruktur, die von den Wiener Moser Architects geplant wurden.

Ringhofer nennt dazu folgende Eckpunkte: HKLS- und Elektro-Planung, sechs OP-Bereiche inkl. TAV-Decke. 26 Pflegezimmer, Heizung mit 1,20 MW Fernwärme, Kühlung mit 1,72 MW Fernkälte, beides von der Wien Energie, zentrale Lüftungsanlage mit 100.000 m³ Luftmenge pro Stunde, Anschlussleistung 1,15 MVA, SV-Aggregate 850 kVa, sowie BSV- und USV-Anlagen.

Seit dem Vorjahr ist die ständig stark gewachsene Ringhofer-Gruppe in einem neuen Gebäude, ebenfalls in Pinggau, in der Raiffeisenstraße 13, konzentriert. Dafür wurde ein ehemaliger Supermarkt entkernt und in Holzbauweise um drei Geschoße aufgestockt, wodurch 2.100 m² Nutzfläche entstanden sind. „Um den stetig steigenden Anforderungen gewachsen zu sein, müssen wir unser Unternehmen mit Innovation und einem enormen Engagement vorantreiben“, erklärt der Firmenchef und fügt hinzu: „Dadurch erhalten und schaffen wir Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Wir setzen dabei auf unsere Mitarbeiter:innen und stellen diese in den Mittelpunkt unseres Handelns. Wichtig sind Know-how, gemeinsame Kommunikation, Teamarbeit, Arbeitsklima und die Arbeitsplätze. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, haben wir unser neues Büro- und Betriebsgebäude in hochwertigster Ausführung errichtet. Hierbei setzten wir auf Innovation, 5-Sterne-Wohlfühlcharakter und Nachhaltigkeit! Ein Danke an meine Mitarbeiter:innen für unseren gemeinsamen Weg“, betont der TGA-Planer.

Wichtige Rolle der Nachhaltigkeit

Das Thema Nachhaltigkeit habe beim Um- und Neubau eine wichtige Rolle gespielt: „Wir haben uns bewusst für eine Holz-Massivbauweise mit Holzfenstern und einer hinterlüfteten Holz-Fassade entschieden, die aus heimischer Lärche besteht. Beheizt wird das Gebäude mittels Fernwärme aus Biomasse und auf dem Flachdach wurde eine PV-Anlage montiert. Von den 29 Parkplätzen sind 12 mit Elektro-Ladesäulen für E-Fahrzeuge ausgestattet. Duch das Projekt wurden insgesamt 450 Tonnen CO2 gespeichert, was der Verbrennung von 180.000 Litern Heizöl entspricht“, führt Ringhofer aus. Alle Ringhofer-Firmen sind nun hier konzentriert: Die Ringhofer & Partner GmbH, RIPA, azeTechnik, sowie Ripa Management + IT-Solutions.

Biomasse, Nah- und Fernwärme

Neben der TGA-Planung, die ein Standbein darstellt, ist Ringhofer stark in der Planung und Projektierung von Energieversorgungsanlagen, Biomasse, sowie Nah- und Fernwärme engagiert und ist auch häufig selbst Betreiber. Das ist sozusagen das Schwungbein. So ist er beispielsweise Obmann der BWLG Friedberg, seit Mitte August ist die Nahwärme St. Barbara im Mürztal in Betrieb und im Oktober läuft ein Biomasse-Werk in Kapfenberg an. „Bei Biomasse-Heizwerken schaut man sehr stark auf die Effizienz. Wir sind sehr stark in der Projektentwicklung“, sagt Ringhofer.

Die Gebäudetechnik habe sich in den letzten 20 Jahren geändert und sei noch mehr geworden. „Vor allem die Themen Kühlung und Lüftung haben an Bedeutung gewonnen und damit vor allem die Elektrotechnik. Das heißt BUS-Systeme und alles wird gesteuert. Wesentlich stärker als früher gefragt, sind Sicherheits- und Zutrittssysteme sowie Video- und Alarmanlagen“, resümiert der Planer.

„Die Themen Kühlung und Lüftung und damit auch die Elektrotechnik haben an Bedeutung gewonnen.“ Martin Ringhofer Eigentümer

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 30. September 2026 - zuletzt bearbeitet am 30. September 2026


HC
AutorHannes Ch. Steinmann
Tags
Nachhaltigkeit
Kühlung
Fernwärme
Leonardo Smart Vienna Airport
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