Solarbranche fordert Steueranreiz statt Photovoltaik-Förderung
Ein Freibetrag soll den Solarausbau ankurbeln und wartende Förderanträge abbauen
Nach dem Einbruch des privaten PV-Marktes in Folge des jüngsten Fördercalls schlägt eine Initiative aus Vertretern der Photovoltaik-Branche eine systemische Neuausrichtung vor. Anstelle der bisherigen, bürokratischen Abwicklungen über Fördertöpfe plädieren Branchenvertreter – darunter der Errichter Hansesun Austria, der Großhändler Energy 3000 solar, der Bundesverband Photovoltaic & Battery Austria sowie die Elektroinnung – für die Einführung eines zweckgebundenen Klima-Investitionsfreibetrags. Der Vorschlag wurde im Rahmen eines Termins an Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner übergeben und soll noch vor der nächsten Förderrunde im Oktober mit dem Finanzministerium verhandelt werden.
Das Modell sieht einen auf fünf Jahre angelegten Steuerfreibetrag vor, bei dem 50 Prozent der Anschaffungs- und Installationskosten geltend gemacht werden können. Neben klassischen Photovoltaikanlagen erfasst die Initiative auch gekoppelte Systeme wie Batteriespeicher, Ladestationen, Energiemanagementsysteme, Wärmepumpen und thermische Gebäudesanierungen. Bei einer durchschnittlichen Privatinvestition von 20.000 Euro für eine Speicher-PV-Kombination ergäbe dies eine kalkulierbare Steuerersparnis von rund 2.500 Euro. Da die durch die Bautätigkeit generierten Mehrwertsteuer- und Lohnsteuereinnahmen die entgangene Einkommensteuer übersteigen, würde sich die Maßnahme budgetneutral refinanzieren.
Der Wechsel von verunsichernden Kontingent-Förderungen hin zu einem automatisierten steuerlichen Freibetrag schafft die nötige Planungssicherheit für Endkunden und verhindert den Stillstand im Handwerk.
Um das Vertrauen der Konsumenten wiederherzustellen, fordert das Konsortium zudem, das verbleibende Förderbudget von rund 60 Millionen Euro gezielt für den Abbau der bestehenden Warteliste von etwa 25.000 offenen Anträgen einzusetzen. Künftige direkte Fördermittel sollten nach Vorstellung der Initiatoren primär für die Skalierung innovativer Nischent Technologien wie Fassaden-Photovoltaik oder Wasserstoff-Langzeitspeicher reserviert werden, während der breite Markt über das Steuerrecht stimuliert wird.
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