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Regulierungsdruck belastet Parkettindustrie

Die Parkettindustrie leidet unter der schwachen Baukonjunktur und steht vor massiven Markt- und Regulierungshürden.

Die anhaltend schwache Baukonjunktur und weitreichende rechtliche Änderungen standen im Zentrum der diesjährigen Jahressitzung der österreichischen Parkettindustrie im Mondi Resort am Grundlsee. Branchenvertreter des Fachverbands der Holzindustrie Österreichs diskutierten die verschärften Rahmenbedingungen für Produktion und Vertrieb. Fehlende Impulse im Neubausektor sowie steigende Lohnnebenkosten belasten die heimischen Hersteller spürbar. Vor allem eine zunehmend volatile Nachfrage und logistische Hürden fordern die Betriebe heraus.

Baukonjunktur dämpft Markterwartungen

Christoph Bawart, Vorsitzender der Berufsgruppe, zeichnete ein ernüchterndes Bild der aktuellen Branchensituation. „Die Perspektiven für die Baukonjunktur und den Immobilienmarkt sind derzeit wenig erfreulich, wenn nicht alarmierend“, erklärte Bawart vor den Branchenvertretern. Namhafte Wirtschaftsinstitute prognostizieren keinen Aufschwung, sondern signalisieren einen weiteren Rückgang der Bauinvestitionen. „Impulse für den Neubau wären notwendig, sind derzeit aber nicht erkennbar. Zusätzlich wird die Logistik herausfordernder und das Verhalten der Kunden volatiler“, pointierte der Berufsgruppenvorsitzende die angespannte Lage.

Strengere Vorgaben für Umweltwerbung

Neben den konjunkturellen Sorgen prägten tiefgreifende juristische Neuerungen die Tagesordnung. Rechtsanwalt Dr. Helmut Liebel analysierte die am 27. September 2026 in Kraft getretene Novelle des Bundesgesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Allgemeine Umweltaussagen wie „umweltfreundlich“, „ökologisch“ oder „bio“ sind seither stark reglementiert. Liebel unterstrich die Tragweite der Novelle für das Marketing: „Derartige Werbeaussagen sind künftig nur noch zulässig, wenn sie durch eine anerkannte hervorragende Umweltleistung nachweisbar gedeckt sind.“

Reparaturrecht und Normung fordern Hersteller

Parallel dazu trat zum 1. Oktober 2026 das Warenreparaturrichtlinie-Umsetzungsgesetz zur europäischen „Right to Repair“-Vorgabe in Kraft, das Änderungen im Konsumentenschutz- und Verbrauchergewährleistungsgesetz festschreibt. Über technische Standardisierungen berichtete Martin Dolkowski von der Admonter Holzindustrie AG, der den aktuellen Stand der europäischen und internationalen Normung sowie den Acquis-Prozess zur Bauprodukteverordnung darlegte. Auf der Agenda standen zudem die bevorstehende Anwendung der EU-Entwaldungsverordnung (EUDR), die nächste Novellierung der OIB-Richtlinien sowie die EU-Bioökonomiestrategie.

Europäischer Branchenaustausch in Split

Zum Abschluss der Fachtagung referierte Josef Stoppacher über den 50. Europäischen Parkettkongress und die 70. Generalversammlung des Europäischen Parkettverbands FEP in Madrid. Ein kritischer Diskussionspunkt blieb dabei die vergleichsweise geringe Repräsentanz einzelner nationaler Verbände auf europäischer Ebene. Das nächste Branchentreffen der FEP soll im kroatischen Split stattfinden und den Dialog über die europaweiten Markt- und Regulierungsentwicklungen fortführen.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 29. Oktober 2026 - zuletzt bearbeitet am 29. Oktober 2026


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AutorRedaktion
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Baukonjunktur
holzindustrie
Parkettindustrie
Fachverband Holzindustrie Österreich
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