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Perspektivenwechsel am Reißbrett

Der anotHERVIEWture Award rückt die Ingenieurskunst von Frauen ins Zentrum der Baukultur

Gleichberechtigung ist in der technisch-planerischen Welt des Jahres 2026 längst keine reine Fairness-Debatte mehr, sondern ein entscheidender Qualitätsindikator für unsere gebaute Umwelt. Während der Anteil weiblicher Architektinnen europaweit laut ACE-Studie auf beachtliche 45 Prozent gestiegen ist, hinkt die Realität bei den österreichischen Ziviltechnikerinnen mit einer Quote von rund 15 Prozent noch deutlich hinterher. Um diese Diskrepanz aufzubrechen und die synergetische Kraft weiblicher Expertise in Architektur und Ingenieurwesen zu würdigen, geht der anotHERVIEWture Award unter dem Ehrenschutz von Doris Schmidauer in seine dritte Runde.

Der Name des Awards ist Programm: „Her View“ fokussiert den Mehrwert, den Architektinnen und Zivilingenieurinnen in die Gestaltung von Lebensräumen einbringen. In einer Branche, die vor der monumentalen Aufgabe der Dekarbonisierung und einer umfassenden Kreislaufwirtschaft steht, sind diverse Blickwinkel essenziell. Unterschiedliche Lebensrealitäten fördern Innovationen in der Gebäudeautomation und ressourcenschonende Baumethoden, die oft über rein maskulin geprägte Planungsmuster hinausgehen. Wer Städte plant, gestaltet Gesellschaft – und wenn dabei weibliche Bedürfnisse unsichtbar bleiben, verliert die Baukultur an sozialer Nachhaltigkeit.

Der Preis, der sich am französischen Prix des Femmes Architectes orientiert, setzt 2026 ein deutliches Zeichen gegen stereotype Rollenbilder und männlich dominierte Netzwerke. Eine 16-köpfige internationale Fachjury vergibt die Auszeichnungen in vier Kategorien, die vom „Female Architect of the Year“ bis hin zu herausragenden „Engineering Achievements“ reichen. Damit wird nicht nur die Spitze des Berufsstandes geehrt, sondern gezielt die Sichtbarkeit von Vorbildern für die nächste Generation an Technikerinnen gefördert.

Einreichungen sind ab sofort bis zum 30. Juni möglich. Für die Branche bedeutet dieser Award mehr als eine bloße Preisverleihung: Er ist ein Plädoyer für eine zukunftsorientierte Baukultur, die anerkennt, dass technische Exzellenz und soziale Verantwortung untrennbar miteinander verwoben sind. Denn am Ende des Tages entscheidet die Vielfalt der Planenden darüber, wie resilient und inklusiv unsere gebaute Zukunft tatsächlich wird.
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© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 02. April 2026 - zuletzt bearbeitet am 09. April 2026


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AutorRedaktion
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Architektinnen
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