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Architekten drängen auf fairen Wettbewerb

EU-Vergaberecht: Konferenz in Brüssel fordert weniger Hürden und mehr Qualität statt Billigpreis.

Architekturwettbewerbe gelten in der Branche als wichtiges Instrument, um Qualität, Innovation und Nachhaltigkeit in Bauprojekten abzusichern. Gleichzeitig berichten viele Büros von Zugangshürden, die besonders kleinere Strukturen treffen. Auf einer Konferenz in Brüssel setzten die Europäische Plattform für Architekturwettbewerbe Arch-E und der Architects’ Council of Europe (Ace) deshalb Akzente für Reformen im Zuge der laufenden Überarbeitung der EU-Vergaberichtlinien.

Ace und der Weltverband Uia verabschiedeten eine gemeinsame Erklärung, die eine faire und offene Wettbewerbskultur in Europa fordert. In den Mittelpunkt rückt dabei das Bestbieterprinzip, das qualitative Kriterien stärker gewichten soll als reine Preisvergleiche. Der EU-Kommissar für Kultur Glenn Micallef verwies in diesem Zusammenhang auf Wettbewerbe als wesentliches Mittel, um die Qualität der gebauten Umwelt zu sichern.

Nach Angaben aus dem Konferenzumfeld ist die europäische Architekturlandschaft stark von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt, rund zwei Drittel der Büros sind Ein-Personen-Unternehmen. Zugleich sehen sich 97% der Architekturbüros durch das bestehende Vergaberecht benachteiligt. Als besonders betroffen gelten junge, weibliche und kleine Büros, die hohe bürokratische Anforderungen und eingeschränkte Zugänge häufiger von Teilnahmen ausschließen.

Arch-E will hier ansetzen und internationale Teilnahmen erleichtern, Wissen zwischen europäischen Kammern transferieren und die politische Aufmerksamkeit für transparente Verfahren erhöhen. Ein Whitepaper der Initiative stellt zudem den häufigen Einwand infrage, Wettbewerbe seien per se teuer oder ineffizient. Demnach liegen die Durchführungskosten im Schnitt bei rund 0,7% der Baukosten, während Einsparungen bei Errichtungs- und Folgekosten deutlich höher ausfallen können.

Für Österreich beziffert das Whitepaper das mögliche Einsparungspotenzial durch Wettbewerbe mit rund 2,9 Milliarden Euro. Neben dem wirtschaftlichen Argument wird auch auf bau- und gesellschaftspolitische Ziele verwiesen, etwa auf mehr Geschlechtergerechtigkeit, Innovation und nachhaltiges Bauen im Sinne des New European Bauhaus und des European Green Deal. Arch-E wird im Programm Creative Europe gefördert und vereint nach eigenen Angaben zehn europäische Partner und neun Kooperationspartner, darunter Kammern, Berufsverbände und Forschungseinrichtungen.

Das Netzwerk repräsentiere mehr als 560.000 Architekten in Europa; die Initiative und Leitung liegen bei der österreichischen Bundeskammer der Ziviltechniker.

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© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 28. April 2026 - zuletzt bearbeitet am 05. Mai 2026


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AutorRedaktion
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Europäische Union
Architektur
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