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Leichte Erholung im Neubau

Nach dem Einbruch 2025 prognostiziert der Neubaubericht für 2026 eine leichte Erholung der Fertigstellungen.

Der österreichische Wohnungsneubau steht vor einer vorsichtigen Erholung, auch wenn das Vorkrisenniveau noch in weiter Ferne liegt. Nach einem massiven Einbruch im Jahr 2025 deuten aktuelle Daten darauf hin, dass die Fertigstellungszahlen im Jahr 2026 wieder moderat zulegen werden. Laut dem „1. Österreichischen Neubaubericht 2026“ werden für das übernächste Jahr rund 27.100 tatsächlich fertiggestellte Wohneinheiten erwartet. Im Vergleich zum Tiefpunkt im Jahr 2025, für den lediglich rund 24.530 Einheiten prognostiziert werden, stellt dies zwar ein Plus dar, bleibt aber weit hinter dem Spitzenwert von 2024 zurück, als noch 35.453 Einheiten fertiggestellt wurden.

Entwicklung sorgt für gemischte Gefühle

Roman Oberndorfer, Obmann des WKÖ-Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, bringt es auf den Punkt: „Entspannung im Neubaubereich ja, Entwarnung nein.“ Zwar bewege sich der Immobilienmarkt in Österreich langsam wieder nach oben, was erfreulich sei, doch dürfe dies nicht darüber hinwegtäuschen, „dass wir noch immer unter einem Niveau liegen, das notwendig wäre, um den tatsächlichen Bedarf an Wohnraum im Land nachhaltig zu decken.“ Der Bericht, der in Kooperation mit dem Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen (GBV) von Exploreal erstellt wurde, verdeutlicht die Struktur des Marktes. Im Zeitraum von 2024 bis 2026 entfallen 61 Prozent der Wohnbauleistung auf gewerbliche Bauträger. Die restlichen 39 Prozent werden von gemeinnützigen Bauvereinigungen gestemmt, die ihren klaren Schwerpunkt im Segment der Mietwohnungen haben. Branchenvertreter betonen, dass Wohnbau eine gemeinsame Aufgabe sei: In einer derart angespannten Marktlage sei das reibungslose Zusammenspiel beider Trägergruppen essenziell.

Große regionale Unterschiede

Während die bundesweite Fertigstellungsquote bei durchschnittlich drei Wohneinheiten pro 1.000 Einwohner und Jahr liegt, ragt Wien mit einem Wert von 5,12 deutlich heraus. Auch Vorarlberg verzeichnet eine vergleichsweise hohe Dynamik. Am anderen Ende der Skala finden sich Kärnten und Salzburg, die teils massiv unter dem österreichischen Schnitt liegen und den dringenden Bedarf an neuem Wohnraum kaum decken können. Ein Blick in die Projektdaten offenbart zudem einen deutlichen Trend zur Verkleinerung: Der Neubau passt sich den sinkenden Leistbarkeitsgrenzen der Bevölkerung an. Ein typisches Neubauprojekt umfasst heute im Schnitt 28 Wohnungen mit einer mittleren Wohnnutzfläche von nur noch 69,5 Quadratmetern. „Der Markt reagiert darauf, was sich Menschen leisten können“, erklärt Oberndorfer. Besonders kleine Einheiten mit ein bis zwei Zimmern dominieren mit 43 Prozent das Angebot. Ein kleiner Trost für die Bewohner: Fast alle Einheiten verfügen über private Freiflächen wie Balkone oder Terrassen, die im Schnitt elf Quadratmeter umfassen.

Experten fordern Stabilität

Damit die leichte Erholung nicht zu einem kurzfristigen Strohfeuer verkommt, fordern Experten von der Politik stabilere Rahmenbedingungen. Michael Gehbauer, Obmann des GBV, mahnt: „Leistbares Wohnen entsteht nicht von selbst. Es braucht verlässliche Rahmenbedingungen, kalkulierbare Finanzierung und Verfahren, die Projekte nicht unnötig verzögern.“ Konkret verlangt die Branche raschere Genehmigungsverfahren und gezielte Maßnahmen zur Senkung der Bau- und Sanierungskosten, um Projekte auch unter den aktuellen Zinsbedingungen wieder wirtschaftlich darstellbar zu machen.

Die umfassende Analyse des Berichts basiert auf der Auswertung von 2.958 konkreten Projekten mit insgesamt rund 83.052 Wohneinheiten in ganz Österreich. Sie zeigt deutlich, dass der Höhepunkt des Bauangebots bereits überschritten ist und der Markt seit dem dritten Quartal 2025 mit einem spürbaren Rückgang kämpft, der nur durch entschlossene Weichenstellungen dauerhaft überwunden werden kann.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 29. April 2026 - zuletzt bearbeitet am 29. April 2026


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AutorRedaktion
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Verband GBV
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