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Klimafreundliche Kühlung für Wohnungen im Donaufeld

Ein innovatives System nutzt Abwärme der Raumkühlung für die lokale Fernwärmeversorgung.

Die Erhöhung der sommerlichen Lebensqualität im urbanen Raum erfordert innovative Energiekonzepte, die Kühlung und Nachhaltigkeit zusammendenken. Im Wiener Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld nimmt Wien Energie mit Juni eine neue Kältezentrale in Betrieb, um die ersten 1.000 fertiggestellten Wohneinheiten umweltschonend zu kühlen. Das System temperiert eine Wohnfläche von insgesamt 66.000 Quadratmetern. Im Gegensatz zu konventionellen Split-Klimageräten wird die dabei entstehende Abwärme nicht ungenutzt an die Umgebungsluft abgegeben, sondern energetisch aufbereitet und direkt für die Wärmeversorgung im städtischen Netz wiederverwendet.

Technisch basiert das Kühlkonzept auf der Nutzung der ohnehin vorhandenen Flächenheizungen in den Wohnungen. Das Kühlmedium wird in Form von 20 Grad Celsius warmem Wasser über die Rohre im Boden oder an den Decken verteilt. Diese Temperatur ist exakt so gewählt, dass das Wasser die Wärmeenergie aus den Räumen aufnimmt und abtransportiert, ohne dass sich – wie es bei kälterem Fernkältewasser der Fall wäre – Kondenswasser an den Bauteiloberflächen bildet. Die Bewohnerinnen und Bewohner profitieren dadurch von einer gleichmäßigen, zugfreien Raumtemperierung ohne den Einsatz zusätzlicher mechanischer Klimageräte an den Fassaden. Die Kältebereitstellung übernehmen zwei im Frühjahr installierte Kältemaschinen mit einem Gewicht von elf und dreizehn Tonnen, die eine kombinierte Kühlleistung von 1.250 Kilowatt (750 kW und 500 kW) in der unterirdischen Zentrale erbringen.

Der wesentliche ökologische Systemvorteil des Projekts liegt in der konsequenten Verknüpfung von Kühl- und Heizkreisläufen. Die beiden Kältemaschinen fungieren nach dem physikalischen Prinzip eines Kühlschranks, heben jedoch die Temperatur der anfallenden Prozessabwärme so stark an, dass diese direkt in das Wiener Fernwärmenetz eingespeist werden kann. Vor allem in den Sommermonaten, wenn der Kühlbedarf in den Wohnungen am höchsten ist, wird die gewonnene Energie im Netz zur Bereitstellung von Warmwasser für die Wiener Bevölkerung genutzt. Dieses integrierte Konzept verhindert eine zusätzliche Aufheizung des städtischen Mikroklimas und demonstriert, wie moderne Quartiersentwicklungen von Beginn an ressourcenschonend geplant werden können.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 29. Mai 2026 - zuletzt bearbeitet am 03. Juni 2026


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AutorRedaktion
Tags
Wien Energie
Kühlung
Nachhaltigkeit
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