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Klavierhersteller setzt auf Deckenstrahlplatten
Stabile Raumluft schützt Holz bei der Instrumentenfertigung beim Klavier- und Flügelherstellers C. Bechstein.
Im sächsischen Seifhennersdorf realisierte der Klavier- und Flügelhersteller C. Bechstein gemeinsam mit Fachplaner Herr Wolf eine Sanierung der Hallenbeheizung, welche die strengen Anforderungen an die Materialqualität mit den Bedürfnissen nach thermischer Behaglichkeit für die Mitarbeiter:innen verknüpft.
Herausforderung Holz: Stabilität im historischen Skelettbau
Der Produktionsstandort in der Oberlausitz basiert auf einem 1897 errichteten Skelettbau aus Beton, der über Jahrzehnte um verschiedene Alt- und Neubauten erweitert wurde. Auf insgesamt vier Etagen verarbeiten die rund 250 Beschäftigten erlesene Hölzer wie Mahagoni und Buche zu Resonanzböden und Zargen. Während der Fertigung entstehen im Material gewollte mechanische Spannungen, die für die klangliche Exzellenz der Instrumente essenziell sind. Rasche Temperaturwechsel oder ungleichmäßige Wärmeeinwirkungen gefährden diese sensiblen inneren Spannungen und können zu Rissbildungen im Holz führen.
Konvektion ausgeschlossen: Warum klassische Systeme versagen
Herkömmliche Konvektionsheizungen oder Fußbodensysteme schieden für die Instandsetzung von vornherein aus. Konvektionswärme erzeugt erhebliche Luftströmungen, welche die Holzstrukturen austrocknen und die Kernfeuchte entziehen. Zudem fehlte in den Werkstätten schlicht der Wandplatz für klassische Heizkörper. „Wir suchten eine Lösung, die unsere große Fabrikhalle gleichmäßig beheizt“, erklärt Steffen Fiedler, Leiter Werkstechnik am Standort. „Wichtig war uns vor allem eine konstante Temperierung zu erreichen und dabei die Luftfeuchtigkeit permanent und exakt im optimalen Bereich zu halten.“
Strahlungswärme von oben: Das Prinzip der Deckenstrahlplatte
Um die thermischen Einflüsse auf das Material zu minimieren, fiel die Wahl auf das System Zehnder ZFP des Raumklimaspezialisten Zehnder. Die auf einer Gesamtfläche von 1.366 Quadratmetern installierten Deckenstrahlplatten arbeiten nach dem Vorbild der Natur und geben primär Infrarot-Strahlungswärme ab. Diese trifft direkt auf die Oberflächen, Maschinen sowie Beschäftigten und erwärmt diese, ohne nennenswerte Luftmassen umzuwälzen. „Für unsere Instrumente, bei denen die richtige Tonentfaltung auf bewusst hergestellten Materialspannungen basiert, birgt schnell aufsteigende Wärme vom Fußboden ein unkalkulierbares Risiko“, pointiert Fiedler.
Integrierte Beleuchtung und Flexibilität im laufenden Betrieb
In vier Metern Höhe montiert, arbeiten die Deckenstrahlplatten im Werk mit einer moderaten Vorlauftemperatur von rund 50 Grad Celsius. Für Ingenieure und Facility Manager:innen bietet die Anlage durch den Verzicht auf bewegliche Teile den Vorteil absoluter Wartungsfreiheit. Ergänzend wurden Lichtkomponenten vom Typ Zehnder LED 2.0 direkt in die Deckenstrahlplatten integriert, wodurch Beleuchtung und thermische Versorgung als kombiniertes Zweiergespann agieren. Dank einer DALI-Schnittstelle lässt sich die Lichtintensität stufenlos regulieren.
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AutorRedaktion
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