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Jubiläums-ISH gestartet

Die ISH in Peking geht gerade das 30. mal über die Bühne. Building Times ist vor Ort.

Gestern früh öffnete die ISH in Peking ihre Tore. Gut tausend Aussteller aus 18 Ländern bespielen knapp 100.000 m2 Fläche des Messezentrums nahe dem internationalen Flughafen. Gleich vorweg, österreichische Unternehmen sind hier nicht direkt vertreten, lediglich BWT ließ sich bei einem ersten Rundgang auf dem Messestand von Haier in Geräten der Marke Casarte orten. Auch die Auswahl an deutschen und anderen europäischen Unternehmen ist begrenzt. Die Heizungsgrößen Vaillant, Viessmann und Bosch Home Comfort sind auf dem Gemeinschaftsstand der China Gas Heating Speciality Comitee vertreten - vorwiegend mit Gasthermen.
Mit einem eigenen Stand mit Wärmepumpen und E-Heizgeräten ist hingegen Stiebel Eltron vertreten. Das Unternehmen produziert auch rund zwei Stunden von Peking entfernt für den Heimmarkt und den Export. Auch der vor Ort produzierende Pumpenhersteller Wilo leistet sich einen eigenen Stand. Ebenso direkt präsent ist der Kompressor-Hersteller Bizer, der seine chinesische Produktion vorwiegend auf den chinesischen Markt ausgerichtet hat.

Gas verliert an Zugkraft

Dass Gas in China an Attraktivität verliert, ist aber absehbar, wie Jianjun Xia, Professor an der School of Architecture der Tsinghua University erklärt. China sei auf bestem Weg sich schrittweise von Kohle und Gas für die Raumwärme zu verabschieden, sagt er. Er forscht und lehrt vor allem zur Energieeffizienz in großen Wohngebäuden und zur Abwärmenutzung der Industrie für urbane Heizungen. Wohin die Reise geht, wird klar, wenn man die Messepräsenz von Firmen, wie Runa, Jingwei Xionting, TigerIOT, Gangda Keya und Ploumeter besucht. Sie alle arbeiten hochtechnisiert an Lösungen um Energieströme möglichst effizient zu messen, zu lenken, vorauszusehen, zu planen und zu verteilen. Smart Heating und Automation sind die Slogans dazu. Dass die Realität in China schon begonnen hat, zeigt etwa Gongda Keya, deren Systeme in der Provinz Hebei in Nordchina im Einsatz sind.
Ganz generell macht die Messe deutlich, dass die Transformation von fossiler zu erneuerbarer Energie in China in der Zukunft einen Gang zulegen wird. Große und mittlere Wärmepumpen-Hersteller zeigen ganz klar Flagge. 

Ausgeprägtes Systemdenken 

Was die Weltmarktgrößen wie Haier, Midea & Co von den Europäern wesentlich unterscheidet ist das ausgeprägte Systemdenken. Auf der Messe ausgestellt sind nicht nur einzelne Wärmepumpen, sondern ganze Systeme, die vom PV-Kollektor, über den Wechselrichter, den Stromspeicher, den Wasserspeicher bis hin zur Regeleinheit und dem Fußbodenheizungselement einmal alles umfasst. Wenn es den chinesischen Herstellern gelingt diese Systeme auch noch kompatibel mit den europäischen Normen zu bringen, dürfen sich die europäischen Marktpartner richtig warm anziehen. 

China-EU-Heatpump Summit
 
In Sachen Kontaktpflege tut China einiges um den Absatz in Europa zu vergrößern, wie das China-EU-Heatpump-Summit zeigte. Um in Europa erfolgreich zu sein, brauche es aber ein paar wesentliche Voraussetzugnen, wie Nicholas Matten, HVAC Industra Board and Senior Adviser der European Heat Pump Association beton. Am wichtigsten dabei sei es die europäischen Handwerker zu überzeugen, meint er. Dazu kommen Voraussetzungen, wie passende und förderfähige Produkte, ein funktionierender Service und eine europäische Produktion oder ein Assembling in Europa, so der Experte.

Sanitär ist außen vor

Im Vergleich zur deutschen Original-ISH sind in China auch so gut wie keine Sanitärfirmen vor Ort, fast alles beschränkt sich auf die Sparten Heizen, Kühlen und Warmwasser. Das aber mit einer Intensität, die erahnen lässt, dass dieser Branche auch in Europa etwas bevorsteht.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 01. April 2026 - zuletzt bearbeitet am 01. April 2026


FA
AutorFranz Artner
Tags
China
ISH
Wärmepumpe
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