Hitzewelle brachte Fernkälte-Rekord
Extremtemperaturen in der Bundeshauptstadt sorgten für einen historischen Kühlbedarf im Netz der Wien Energie.
Nie zuvor war ein Sommer in Wien so heiß wie jener des Jahres 2026, was den Ruf nach effektiver Kühlung im städtischen Raum massiv angeheizt hat. Bei der Fernkälte von Wien Energie kletterte die Abgabemenge gegenüber dem Vorjahr um 20 Prozent in die Höhe und ließ damit den vormaligen Rekord aus dem Jahr 2024 hinter sich. Haupttreiber für diese Entwicklung waren historische Spitzenwerte: GeoSphere Austria verzeichnete am 4. August mit 41,0 Grad Celsius das heißeste jemals in Wien erfasste Tagesmaximum.
Auch die Nachtstunden boten kaum Erholung; so sank das Thermometer im ersten Bezirk am darauffolgenden Tag nicht unter 27,4 Grad. Steigen Temperaturen über die 35-Grad-Marke, schnellt der Kältebedarf um etwa 60 Prozent gegenüber moderaten Sommertagen mit 25 Grad nach oben. Zeitgleich zelebriert das Wiener Kältenetz sein zwanzigjähriges Jubiläum: Den Grundstein bildeten 2006 geschlossene Vereinbarungen, ehe 2007 am Standort Erdberg der operative Betrieb anlief. Inzwischen spannt sich das Netz über 33 Leitungskilometer und stützt sich auf acht Hauptzentralen sowie 17 dezentrale Kältestandorte. Über 300 Objekte – darunter prominente Großprojekte wie das Allgemeine Krankenhaus, die Wiener Universität, das Rathaus sowie Industrieunternehmen im Gewerbehof Seestadt – profitieren von einer Gesamtleistung von 250 Megawatt.
Um die Kapazität bis 2030 auf 370 Megawatt auszubauen, nimmt der Energieversorger Wien Energie rund 100 Millionen Euro in die Hand. Das Prinzip beruht auf unterirdisch zirkulierendem Kaltwasser, das den Gebäuden überschüssige thermische Energie entzieht. Ein entscheidender Vorteil im Vergleich zu klassischen Klimaanlagen: Es wird keine heiße Abluft an die Straßen abgegeben, was die urbane Hitzeinselbildung wirksam dämpft. Für die Kälteproduktion greift man vorrangig auf Grünstrom, Prozesswärme aus den Müllverbrennungsanlagen sowie das natürliche Kühlpotenzial des Donaukanals zurück.
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