Gesamtanbieter für 152 Millionen Euro
Die Strabag und Tochter Lohr liefern Hochbau und Gebäudetechnik für Zentralbau der Klinik Favoriten.
Der Wiener Gesundheitsverbund hat der Strabag den Zuschlag für den ersten Bauabschnitt des neuen Zentralbaus der Klinik Favoriten erteilt. Das Auftragsvolumen für das Großprojekt im Süden Wiens beläuft sich auf 152 Millionen Euro. Neben den klassischen Hochbauleistungen zeichnet der Baukonzern auch für die komplette Elektrotechnik sowie die gesamte technische Gebäudeausrüstung verantwortlich. Die Inbetriebnahme des ersten Teils ist für das Jahr 2030 terminisiert.
Integrierter Ansatz für 65.000 Quadratmeter
Auf einer Nutzfläche von rund 65.000 Quadratmetern bündelt der Neubau künftig zentrale medizinische Kernfunktionen an einem Standort. Das Raumprogramm umfasst neben der neuen Zentralen Notaufnahme samt Erstversorgungseinheiten auch hochspezialisierte Intensivstationen, Ambulanzflächen sowie moderne Diagnostik- und Interventionsbereiche. Hinzu kommen Bettenstationen für die Fachbereiche Innere Medizin und Pulmologie.
"Krankenhäuser sind High-Tech-Gebäude", betont Stefan Kratochwill, CEO von Strabag. "Umso wichtiger ist ein integrierter Ansatz, der Bau und technische Ausrüstung von Anfang an zusammenführt", führt Kratochwill weiter aus. "Dass der Auftrag der Klinik Favoriten beide Bereiche umfasst, ist für uns eine Bestätigung unserer Fähigkeit, komplexe Bauvorhaben aus einer Hand umzusetzen", unterstreicht der Konzernchef die strategische Bedeutung des Projekts.
Lohr Gebäudetechnik übernimmt TGA-Gewerke
Für die Ausführung der anspruchsvollen Haustechnik greift der Konzern auf interne Kapazitäten zurück. Die Konzerntochter Lohr Gebäudetechnik übernimmt die gesamte technische Gebäudeausrüstung des Bauvorhabens. Das Leistungsspektrum erstreckt sich von der Energie- und Versorgungstechnik über Heizungs-, Klima-, Lüftungs- und Sanitäranlagen bis hin zur Gebäudeautomation. Zudem implementiert das Unternehmen ausfallsichere Kommunikations-, Sicherheits- und elektrotechnische Systeme, die für den kontinuierlichen 24-Stunden-Betrieb unerlässlich sind.
Baustellenlogistik im laufenden Spitalsbetrieb
Die Realisierung erfolgt unter erschwerten Rahmenbedingungen in unmittelbarer Nähe zu sensiblen Bereichen wie Intensivstationen. Dies erfordert ein striktes Erschütterungs- und Lärmmonitoring sowie engmaschige Staubschutz- und Hygienekonzepte. Zusätzliche planerische Herausforderungen ergeben sich aus den beengten Platzverhältnissen und einer einzigen Baustellenzufahrt. Für Planer und Bauleiter bedeutet dies eine minutiös getaktete Logistiksteuerung, um Rettungswege und Patientenversorgung zu jedem Zeitpunkt uneingeschränkt aufrechtzuerhalten.
Lebenszykluskompetenz als Zukunftsmodell
Das Vorhaben unterstreicht die wachsende Bedeutung integrierter Projektabwicklungen bei komplexen Sonderbauten im Gesundheitswesen. Strabag bündelt die TGA- und Facility-Management-Kompetenzen operativ unter dem Dach von Strabag PFS, um Planungs-, Ausführungs- und spätere Betriebsprozesse nahtlos zu verknüpfen. Durch die Minimierung externer Schnittstellen lassen sich Reibungsverluste bei Terminen und Kosten reduzieren. Für Branchenentscheider gilt das Wiener Klinikprojekt als Referenz dafür, wie Bauwerk und Gebäudetechnik im Krankenhausbau künftig bereits ab Leistungsphase eins zusammengedacht werden müssen.
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