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Erste CO2-Speicher-Anlage in Betrieb

Holcim probt die Dekarbonisierung von Beton: Im Betonwerk Alberner Hafen wurde im März die erste CO2-Speicheranlage in Österreich in Betrieb genommen. Pro Jahr werden damit bis zu 142 Tonnen CO2 dauerhaft gebunden.

Der Zement und Betonhersteller Holcim startete 2023 die internationale Zusammenarbeit mit dem Schweizer Startup neustark, um CO2 dauerhaft zu speichern. Im Betonwerk Alberner Hafen in Wien ging im März eine Speicheranlage in Betrieb, die die erste ihrer Art in Österreich ist. “Die Bauwirtschaft steht in der dringenden Verantwortung, zu dekarbonisieren. Seitens Holcim setzen wir entlang unserer gesamten Wertschöpfungskette entsprechende Schritte und optimieren unsere Produktionsprozesse, investieren in moderne Anlagen, eigene Energieerzeugung, und speichern letztlich auch CO2. Mit neustark haben wir seitens Holcim einen strategischen Partner, um über einen Zwischenschritt in unserem Produktionsprozess auch CO2 einzubringen und dauerhaft zu speichern. Die Anlage ist dabei die erste ihrer Art in Österreich. Wir freuen uns sehr über die zukunftsweisende Innovationspartnerschaft mit neustark”, so Haimo Primas, CEO Holcim (Österreich). Für Holcim ist dies ein weiterer Schritt auf seiner Nachhaltigkeits-Roadmap, für die u.a. die Holcim Betonwerke in Österreich bereits seit 2024 den CSC Concrete Sustainability Council Gold-Standard für Nachhaltigkeit in allen wesentlichen Unternehmensbereichen zertifiziert sind. Über diese neue Anlage wird das Beton-Waschwasser für die Rekarbonatisierung und dauerhafte CO2-Speicherung aufbereitet.

CO2-Speicherung im Betonmischwasser Die Anlage in Wien Albern ist Teil eines neuen Serienprodukts von neustark, sie ist in dieser Form die erste in Österreich. Für den Karbonatisierungsprozess wird im Betonwerk Misch- bzw. Waschwasser aus den Betonmischwagen gesammelt und bei der Anlage mit biogenem CO₂ in Kontakt gebracht. Das CO₂ reagiert mit den Zementphasen im Wasser und wird zu Kalkstein. Dank dieser Transformation bleibt das CO2 permanent gespeichert. Der Prozess neutralisiert darüber hinaus das stark alkalische Wasser. Das Mischwasser ist nach der Anreicherung erneut einsatzbereit für die Herstellung von Beton. Die Produkt- und Verarbeitungsqualität des Betons bleibt durch diese Anreicherung unverändert erhalten. Mit der Anlage werden pro Jahr rund 100 Tonnen CO2 dauerhaft gebunden. Seit Anfang März wurden 4 Tonnen des schädlichen Treibhausgases gebunden, so Johannes Tiefenthaler, Mitgründer und Co-CEO von neustark. Das Schweizer Unternehmen versteht sich als Start-up, beschäftigt inzwischen aber 80 Mitarbeiter:innen und hat bislang insgesamt 31 Abscheidungs- und Speicheranlagen errichtet. „Schwer vermeidbares CO2 dauerhaft zu speichern, das ist unsere Vision. Anhand der Neustark-Technologie wird abgeschiedenes CO2 in bestehenden Abfallströmen – wie Betonabbruch oder -mischwasser – gespeichert und somit aus der Atmosphäre entfernt", erklärt Tiefenthaler. “Die Investition in die CO2-Speicheranlage ist Teil unseres Nachhaltigkeits-Programms in unseren Holcim Betonwerken, um die Ostregion Österreichs mit innovativen und vor allem auch voll funktionsfähigen, CO2-reduzierten Betonprodukten zu versorgen. Bereits seit Sommer 2024 setzen wir in unserem Werk in Albern ausschließlich elektrisch gewonnenen Sand und Kies aus unserem grenznahen Kieswerk in Hegyeshalom ein, der zudem noch elektrisch per Zug nach Wien transportiert wird. Zudem setzen wir für unsere Kund:innen im Großraum Wien weitgehend unseren ECOPlanet Zement in der Produktion ein, der schon heute den EU-Taxonomy “Climate Mitigation Standards” entspricht. Mit der neuen CO2-Speicheranlage gehen wir hier noch einen Schritt weiter und nutzen unsere Potenziale zur Dekarbonisierung”, so Markus Schenkl, Geschäftsführer Holcim Beton (Österreich).
Speicherung als GeschäftsmodellDas CO₂ wird bei der Biogasanlage der EVM Energieversorgung Margarethen am Moos abgeschieden. Das Gute: Der Enegieversorger zahlt Holcim für die Übernahme von CO2, da die dauerhafte Speicherung dieses biogenen CO₂ als Negativemission gewertet wird und die entsprechenden Zertifikate von neustark am freien Zertifikatenmarkt angeboten werden. Überprüft wird die Entfernungsleistung von “Gold Standard”, einer unabhängigen Vereinigung für die CO2-Zertifizierung, die 2003 vom WWF und anderen internationalen NGOs ins Leben gerufen wurde. Dieser Standard soll sicherzustellen, dass Projekte zur Reduktion oder Entfernung von CO2-Emissionen ein Höchstmaß an Umweltverträglichkeit aufweisen und gleichzeitig zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen. Die Daten werden kontinuierlich mit Durchflussmessung gemessen und halbjährlich mit weiteren Daten, die seitens Holcim zur Verfügung gestellt werden, eingereicht. Regelmäßige Audits von Gold Standard erfolgen online bzw. vor Ort.
 
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© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 04. April 2025 - zuletzt bearbeitet am 26. Februar 2026


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