Digital gesteurter Fenstertyp im Anflug
Die TU Wien hat lange getüftelt, nun kommt ein neues Fensterkonzept auf den Markt.
Aus bauphysikalischer Forschung an der TU Wien ist ein neuartiges Fensterkonzept hervorgegangen, das nun als markttaugliches Produkt in Serie geht. Die Entwicklung mit dem Namen Movista verzichtet auf Griffe sowie sichtbare Schienen und wirkt optisch wie eine Fixverglasung. Auf Knopfdruck bewegt sich die Glasfläche parallel nach außen, wodurch ein umlaufender Lüftungsspalt entsteht, bevor sich das Element zur Seite schieben lässt.
Die Idee dazu entstand in einem Forschungsprojekt unter Leitung der TU Wien gemeinsam mit der Holzforschung Austria und Industriepartnern. Ausgangspunkt waren Untersuchungen an Vakuumglas, das durch den luftleeren Zwischenraum dünne Scheiben mit hoher Dämmwirkung ermöglicht.
Hohe Lüftungseffizienz
Thermisch erreicht die Konstruktion bei Vakuumglas Wärmedurchgangskoeffizienten von bis zu 0,64 W/(m²K) und bei Dreischeiben-Isolierglas 0,816 W/(m²K). Messungen und Strömungssimulationen eines Teams um Matthias Schuss belegen zudem eine deutlich höhere Lüftungseffizienz. Durch den an allen vier Seiten entstehenden Spalt strömt im Vergleich zu herkömmlichen Kippfenstern je nach Anwendungsfall mindestens die doppelte Luftmenge in den Raum. Das Ausstellen kann elektronisch bis zu zehn Zentimeter gesteuert und mit Gebäudesensoren verknüpft werden. Erste Fenster sind bereits in Gebäuden verbaut, unter anderem in Vorarlberg.
Um die Technologie breiter im Markt zu verankern, wurde die Airmetiq GmbH mit Sitz in Bregenz gegründet. Das Unternehmen koppelt die Fenster mit einer digitalen Steuerung, welche Temperatur, Luftqualität und Wetterdaten auswertet, um Räume etwa in Sommernächten automatisiert mit Außenluft zu kühlen und den Energiebedarf für Klimatisierung zu senken.
Weitere Artikel

