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Betonbranche will Bauteilaktivierung im Neubau

Nach neuen Rekordtemperaturen rückt energieeffizientes Kühlen mit Speichermasse in den Fokus.

Extreme Hitzewellen mit neuen Temperaturrekorden stellen den österreichischen Gebäudesektor vor massive Herausforderungen. Um Wohn- und Arbeitsräume auch bei hohen Außentemperaturen ohne übermäßigen Stromverbrauch und zusätzliche Abwärme durch herkömmliche Klimaanlagen kühl zu halten, plädiert die heimische Zement- und Betonindustrie für den flächendeckenden Einsatz der thermischen Bauteilaktivierung. Nach Angaben von Oesterreichs Energie entfallen rund 27 Prozent des gesamten österreichischen Endenergieverbrauchs auf den Raumwärmesektor, wobei der Kühlbedarf in den Sommermonaten stark ansteigt.

Bei der Bauteilaktivierung zirkuliert temperiertes Wasser durch Rohrleitungen in Betondecken oder Betonböden. Die Speichermasse des Baustoffs nimmt Kälte oder Wärme auf und gibt diese zeitversetzt sowie gleichmäßig an den Raum ab. Gekoppelt mit erneuerbaren Energiequellen wie Erdwärme oder Photovoltaik ermöglicht das System einen geräusch- und zugluftfreien Betrieb.

Anton Glasmaier, Vorstandsvorsitzender von Beton Dialog Österreich und Geschäftsführer des Verbands Österreichischer Betonfertigteilwerke, betont die Notwendigkeit verbindlicher Standards. Nur der Baustoff Beton eigne sich mit seiner Speichermasse, Gebäude ganzjährig angenehm zu temperieren. Angesichts immer häufigerer Hitzewellen solle die thermische Bauteilaktivierung nicht nur bei allen neuerrichteten Wohnbauten, sondern auch bei Schulen, Kindergärten sowie Senioren- und Pflegeheimen zum Standard werden.

Um spätere kostspielige Nachrüstungen zu vermeiden, sollten Bauträger, Gemeinden und Planende die Technologie bereits in frühen Entwurfsphasen berücksichtigen. Salzburg bezieht das Verfahren bereits gezielt in die Förderkriterien des mehrgeschossigen Baus ein, während auch andere Bundesländer ökologische Kühl- und Heizstandards in der Wohnbauförderung anrechnen. Dass die Technologie im großen Maßstab funktioniert, belegen mehrere Referenzprojekte in Österreich.

Das Plusenergiequartier Campo Breitenlee und das Wohnquartier Wientalterrassen mit 295 Wohneinheiten in Wien nutzen aktivierte Betondecken in Kombination mit Geothermie und Photovoltaik zur fossilfreien Temperierung. Ähnliche Konzepte mit Erdwärme, Grundwasser und Solarenergie kommen auch im Seniorenheim Henndorf in Salzburg sowie am Bildungscampus Liselotte Hansen-Schmidt in der Wiener Seestadt Aspern zum Einsatz.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 25. August 2026 - zuletzt bearbeitet am 25. August 2026


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AutorRedaktion
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Beton
abwärme
Bauteilaktivierung
Beton Dialog Österreich
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