Volatile Baustoffzeiten

Baumit Österreich erzielte mit 290 Millionen Euro im Vorjahr deutlich mehr Umsatz, der Gewinn hielt wegen gestiegenen Rohstoff- und Energiepreisen nicht mit. Zwei Werke in der Ukraine sind geschlossen.

Baumit Österreich steigerte 2021 seinen Umsatz um gut 10 Prozent auf 290 Mio. Euro. Etwa die Hälfte dieses Zuwachses entfällt auf höhere Preise. „Das Ergebnis liegt aufgrund der Marktgegebenheiten allerdings unter jenem von 2020“, zieht Georg Bursik, Geschäftsführer der Baumit GmbH, Bilanz über das abgelaufene Geschäftsjahr und fügt hinzu: „Nach dem fordernden Jahr 2020 wurden wir 2021 neben der Pandemie auch mit schwierigen Marktgegebenheiten wie Materialknappheit, langen Lieferzeiten sowie enormen Preissteigerungen bei Rohstoffen und im Energiebereich konfrontiert. 2021 war in Summe dennoch ein gutes Jahr, so Bursik, Der Mitarbeiterstand des Unternehmens wurde von 680 auf 700 ausgebaut und in Anlagen und Gebäude wurden im Vorjahr rund 16 Millionen Euro investiert. In Wopfing zählen dazu der Umbau und die Aufstockung des Baumit Bürogebäudes sowie die Installation einer Photovoltaikanlage am Dach des Nassproduktewerkes, die 350.000 kWh pro Jahr erzeugen wird. Das entspricht dem Jahresverbrauch von ca. 100 Haushalten.

Recyclingprodukt und Fasersack

Im Vorjahr startete Baumit mit dem Vertrieb der Produktsparte GO2morrow. Unter diesem Dach werden Baustoffe gelauncht, deren Rohstoffbasis aus recycelter Körnung besteht. Den Anfang machte der Baumit GO2morrow Recycling Beton B20 – ein Trockenbeton der Güteklasse 20 – der in 30 kg Sackware angeboten wird. Die Socialmedia-Community zeigte sich begeistert, die Verkaufszahlen blieben allerding hinter den Erwartungen, wie Bursik zugibt. Als Rising Star wird dagegen das Produkt IonitColor, eine mineralische Wandfarbe, bezeichnet. Davon wurden im Vorjahr über 160.000 m2 verkauft. 2021 belegte eine neue Studie des Fraunhofer Institutes, dass in einem mit der Wandfarbe IonitColor gestrichenen Messraum die Aerosol-Konzentration in der Raumluft deutlich geringer zunimmt als in einem Referenzraum ohne IonitColor. Ebenfalls neu ist der Trockenbeton AllIn, bei dem der Sack mitgemischt wird und sich zu Fasern auflöst. Wie das geht, zeigt Baumit demnächst mit Testimonial Hermann Maier im TV.

Thermische Zurückhaltung, positiver Ausblick

Bei der thermischen Sanierung ist Bursik etwas enttäuscht. Er versteht nicht, warum der Anteil an abgerufenem Fördergeld für die Dämmung nicht deutlich höher ist. Bekanntlich fließt im Moment sehr viel Geld in den Heizungstausch, obwohl der Fördertopf auch für die thermische Sanierung offen wäre. „Sinnvoll wäre es zuerst die Häuser zu dämmen und danach die Heizung zu sanieren“, betont er.
Der Baumit-Ausblick auf 2022 ist positiv. Bursik rechnet mit einem ähnlichen Mengenabsatz wir im Vorjahr. Probleme bringen allerdings die gestiegenen Rohstoffpreise mit sich. Baumit hat zum 1. Jänner die Preise bei den meisten Produkten um 15 Prozent erhöht, weitere 15 Prozent könnten im 2. Halbjahr folgen, so Bursik. Besonders rasant entwickeln sich die Energiepreise, so der Baumit-Chef. „Wir leben in einer extrem volatilen Zeit“, sagt er und verweist auf den Krieg in der Ukraine. Die zwei Baumit-Werke sind inzwischen stillgelegt, die männlichen Mitarbeiter wurden einberufen.

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