80 Jahre Strom-Innovations-Treiber

Fronius wird 80. Als regionale Fach-Reparaturwerkstätte für Radio- und Elektrogeräte 1945 gegründet, ist das Unternehmen heute eine Industriegröße. 2023 betrug der Umsatz der Gruppe 1,6 Milliarden Euro, die Zahlen für 2024 stehen noch aus, fix ist, dass es kein Rekordjahr war.

Alles begann 1945. Am 20. Juni dieses denkwürdigen Jahres startete Günter Fronius im Haus einer Gastwirtschaft mit Instandhaltungsarbeiten von Radio- und Elektrogeräten. Kurze Zeit später fertigte der Elektrotechniker ein Gerät, mit dem Autobatterien wieder geladen und somit länger verwendet werden können. Die Erfolgsgeschichte hat begonnen. „Führt man sich die damaligen Rahmenbedingungen vor Augen, so sind unsere Anfänge von Innovationskraft, Wagemut und Zusammenhalt geprägt. Die knappen Ressourcen haben den Erfindergeist meines Großvaters geweckt und ihn dazu bestrebt, Vorhandenes bestmöglich zu nutzen, reparierfähig zu machen und einer breiten Bevölkerungsschicht leistbar zur Verfügung zu stellen“, sagt Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauß, Fronius CEO und Enkelin des Firmengründers.

Seit 1992 in der Solarsparte

Bereits fünf Jahre nach dem Startschuss erweitert Günter Fronius das Produktportfolio um Schweißtransformatoren. Auf dieser Grundlage wächst Fronius zu einem stattlichen mittelständischen Industriebetrieb heran. 1980 erfolgt die Übergabe an die nächste Generation: Brigitte Strauß und Klaus Fronius übernehmen das Ruder. Die beiden leiten einen Wachstums- und Internationalisierungskurs ein, der zur Gründung zahlreicher Tochtergesellschaften in aller Welt führt – heute sind es 37 an der Zahl. Seit 1992 setzt Fronius zudem auf das Thema Sonnenenergie, was zur damaligen Zeit als alternativ gilt, heute aber aus der Energiewirtschaft nicht mehr wegzudenken ist.

„Wir brennen für erneuerbare Energien und halten konsequent an unserer Vision von 24 Stunden Sonne fest. Speziell der Solarmarkt war und ist von Auf und Abs geprägt, die Ausläufer der jüngsten Krise sind noch deutlich spürbar. Aber unsere 80-jährige Geschichte hat uns gelehrt, dass wir selbst in herausfordernden Zeiten nicht aufgeben, sondern – ganz im Gegenteil – gestärkt daraus hervorgehen. Denn Beständigkeit und Ausdauer machen Fronius aus“, erklärt Engelbrechtsmüller-Strauß, die 2012 die Führung des Unternehmens von ihrer Mutter und ihrem Onkel übernommen hat.

Schweißen und Energy Solutions

Das Jubiläum von Fronius markiert einen Meilenstein in der österreichischen Industriegeschichte: Mit seinen Produkten und Lösungen hat das Technologieunternehmen den wirtschaftlichen Fortschritt weltweit geprägt und damit wesentlich zum Wachstum anderer Firmen, beispielsweise in der Automobilindustrie, beigetragen. Aktuell ist Fronius in zwei strategischen Geschäftsfeldern tätig. Der Bereich Welding Solutions revolutioniert weiterhin die Schweißtechnologie, mit den Solar & Energy Solutions gilt es sowohl Sonnenenergie optimal zu nutzen als auch Batterieladesysteme für die Intralogistik zu optimieren. So unterschiedlich diese Geschäftsfelder auf den ersten Blick erscheinen mögen, so klar ist die seit 80 Jahren definierte Mission, die von rund 7.000 Fachkräften in 37 Ländern verfolgt wird: Elektrizität als Kraftstoff der Zukunft zu erforschen und zu kontrollieren. „Und diese Zukunft gilt es lebenswert zu gestalten – für uns und kommende Generationen“, betont Engelbrechtsmüller-Strauß.

Ausstellung zur Energiewende

Diesen Ansatz verfolgt auch die Ausstellung „Energiewende – Wettlauf mit der Zeit“. Gestern gestartet, geht sie bis 31. Juli 2026 im Museum Arbeitswelt in Steyr der Frage nach, wie wir unseren Energieverbrauch nachhaltiger gestalten können und welche innovativen Wege es für eine klimafreundliche Zukunft gibt. Fronius zählt nicht nur zu den Sponsoren der Ausstellung, sondern ist selbst Teil davon. Das Hightechunternehmen stellt unter anderem einen historischen Wechselrichter aus und gewährt auf diese Weise pünktlich zum Jubiläum eindrucksvolle Einblicke in die Geschichte der Solarenergie.