Wien ermöglicht digitale Baueinreichung

Die Bundeshauptstadt gibt sich einen Ruck. Seit 1. Februar ermöglicht Wien die digitale Baueinreichung. Die Zeit der Pläne in dreifacher Ausfertigung geht damit zu Ende.

Die allermeisten Bauunternehmen und Architekturbüros erstellen ihre – jährlich insgesamt rund 13.000 – Einreichungen bereits digital. Seit Anfang Februar können die Unterlagen aber nicht nur online über die Internetseite mein.wien.gv.at eingebracht und von der Baupolizei elektronisch verarbeitet werden. Seit kurzem wird das gesamte Verfahren – von der Einreichung bis zur Fertigstellung – digital abgewickelt.  „Diese neue Möglichkeit erspart den Einreichenden und der Stadt Zeit, Geld und Aufwand und macht Bauverfahren schneller, effizienter und transparenter. Das bestärkt mich in meiner Haltung, dass Digitalisierung stets eine Entwicklung sein muss, die den Menschen dienen und Prozesse erleichtern soll“, so Bürgermeister Michael Ludwig.

Anwendung ist freiwillig

Das erweiterte Service basiert auf freiwilliger Basis. Bisher war es erforderlich, Pläne in dreifacher Ausfertigung an die Baupolizei zu übermitteln. Mit dem Digitalen Bauverfahren benötigt die Behörde keine Ausfertigung auf Papier mehr. Und die Akteneinsicht im laufenden Verfahren ist nun ebenfalls bequem online möglich.  Für die Nutzung des Service ist eine elektronische Zustellung sowie eine Authentifizierung notwendig und die Unterfertigung der Unterlagen ist durch die digitale Signatur des berechtigten Verfassers möglich. Parallel zum Digitalen Bauverfahren ist ein analoges Verfahren selbstverständlich weiterhin möglich.

Darüber hinaus geht die Stadt Wien mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt Brise Vienna einen innovativen Weg, der zu weiteren Fortschritten bei der Digitalisierung der Baueinreichung beiträgt. Ein Ziel des Projekts ist es, bis 2023 die technischen Grundlagen, wie etwa (teil-)automatisierte Prüfprozesse, konsequent weiterzuentwickeln. Der Brise-Lösungsansatz kombiniert die High-Tech-Methoden Künstliche Intelligenz (KI), Augmented Reality (AR) und 3D-Gebäudemodellierung (BIM) mit digitalisierten Verfahrensabläufen. Ergebnisse aus dem richtungsweisenden Verfahren können in Folge auch auf andere Verwaltungsbereiche und Prozesse übertragen werden.

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