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TU Wien untersucht begrünte Fassade mit digitalem Zwilling

„Green Facade Digital Twin“ an der TU Wien optimiert sensorbasierte Gebäudeautomation und urbane Mikroklimata

Die zielgerichtete Bekämpfung urbaner Hitzeinseln erfordert im Jahr 2026 eine tiefgreifende technologische Symbiose aus Baukonstruktion, Technischer Gebäudeausrüstung und Informationstechnologie. Ein interdisziplinäres Forschungsteam der TU Wien demonstriert dieses Zusammenspiel aktuell im Reallabor an der Fassade des Informatik-Gebäudes in der Favoritenstraße 9-11. Die im November 2025 in einer historischen Schutzzone installierte vertikale Begrünung aus rund 7.700 resilienten Pflanzen hat sich nach einem intensiven Winter innerhalb von nur drei Frühlingsmonaten zu einer üppigen vegetativen Struktur entwickelt.

Hinter dem optischen Effekt verbirgt sich eine hochkomplexe, automatisierte TGA-Infrastruktur. Die lebende Gebäudehülle wird über ein sensorgesteuertes System in engen Intervallen vollautomatisch bewässert – unter aktuellen sommerlichen Extrembedingungen dreimal täglich. Eine dedizierte Steuerungseinheit passt die Flüssigkeits- und Nährstoffzufuhr dynamisch an die herrschenden Umgebungstemperaturen und saisonalen Parameter an.

Das primäre wissenschaftliche Kernstück des Projekts bildet die bauphysikalische Untersuchung des Hinterlüftungsspaltes sowie die Koppelung der Realdaten mit einem Digitalen Zwilling (Digital Twin). Die Forscher analysieren hierbei das hygrothermische Verhalten – sprich das Zusammenspiel von Feuchtigkeits- und Wärmetransport – in drei verschiedenen Wandabständen und Belüftungsvarianten (offen, halboffen, geschlossen). Ziel ist die exakte Evaluierung, welche Konstruktionsart den effizientesten Wärmeschutz generiert und die strukturelle Integrität des Mauerwerks langfristig sichert.

Parallel dazu speisen Klimasensoren und eine visuelle Erfassung im Zehn-Minuten-Takt ein digitales 3D-Modell. Dieser Digitale Zwilling simuliert das Pflanzenwachstum und liefert Echtzeit-Rückmeldungen über den Vitalitätsstatus der Flora sowie den solaren Einstrahlungswinkel. Erste Zwischenergebnisse des ersten Messzyklus, der Ende Juli 2026 ausläuft, bestätigen bereits eine signifikante Reduktion der lokalen Oberflächentemperatur im direkten Pflanzumfeld. Das Projekt liefert damit die validen Planungsdaten, die Planer und Bauträger für die standardisierte Integration smarter Grünfassaden im hochversiegelten urbanen Raum benötigen.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 07. Juli 2026 - zuletzt bearbeitet am 07. Juli 2026


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