Smarte Sensoren statt manueller Bewässerung
Wetterdaten und Sensoren optimieren die Bewässerung im Burggarten Wels und sparen so bis zu 40 Prozent Wasser
Die zunehmende Trockenheit in urbanen Räumen erfordert innovative Strategien für das Wassermanagement in öffentlichen Parks. Im historischen Burggarten in Wels wurde nun ein sensorgesteuertes System implementiert, das als wegweisendes Projekt für die kommende Landesgartenschau gilt. Diese Technologie ermöglicht eine präzise Ressourcenplanung und reduziert den Wasserverbrauch signifikant. Für Planer und Kommunalentscheider markiert die Anlage einen wichtigen Schritt in Richtung klimaresilienter Stadtentwicklung.
Präzise Steuerung durch Sensortechnik
Das neue System im Burggarten kombiniert moderne Sensortechnik mit der Auswertung von Online-Wetterdaten. Spezielle Sensoren messen kontinuierlich die Bodenfeuchtigkeit sowie den Niederschlag, wodurch die Bewässerung nur bei tatsächlichem Bedarf ausgelöst wird. Durchflusssensoren überwachen zudem die Leitungen und melden Unregelmäßigkeiten im Verbrauch sofort an die zuständigen Stellen. Dies hilft dabei, Leckagen oder technische Defekte frühzeitig zu identifizieren und teure Folgeschäden an der Infrastruktur zu vermeiden.
„Mit der Stadt der Gärten schaffen wir nicht nur sechs Gartenwelten in Wels, sondern entwickeln auch Lösungen für die Stadt der Zukunft“, betont Gottfried Struggl, Geschäftsführer der OÖ Landesgartenschau Wels 2027.
Signifikante Reduktion des Ressourcenverbrauchs
Bisher erfolgte die Pflege der Parkanlagen manuell durch die Stadtgärtnerei, was einen hohen personellen und zeitlichen Aufwand bedeutete. Die Automatisierung führt laut ersten Erfahrungswerten zu einer Einsparung von bis zu 40 Prozent des bisherigen Wasserbedarfs. Da die Bewässerung ausschließlich in den Nachtstunden stattfindet, bleibt die Verdunstungsrate gering und das Wasser erreicht gezielt die Wurzelbereiche der Pflanzen. Dies fördert ein gesundes Pflanzenwachstum und stellt sicher, dass die Grünflächen tagsüber uneingeschränkt für die Bevölkerung nutzbar bleiben.
„Gerade angesichts der aktuellen Trockenheit wird klar, wie wichtig ein bewusster Umgang mit Wasser bereits jetzt ist“, erklärt Gottfried Struggl. Intelligente Systeme helfen Städten dabei, Wasser als wertvolle Ressource gezielt und sparsam einzusetzen.
Technische Integration im historischen Bestand
Die Installation der Anlage erforderte eine sorgfältige Planung, da rund 2.500 Quadratmeter Grünfläche sowie 14 wertvolle Altbäume versorgt werden müssen. Insgesamt wurden etwa 500 Meter Leitungen unterirdisch verlegt, wobei besonders auf den Schutz der bestehenden Wurzelsysteme geachtet wurde. Das Projekt zeigt, wie sich moderne Technik und Landschaftsarchitektur in einem historisch sensiblen Umfeld harmonisch ergänzen können. Die Infrastruktur ist als langfristige Investition konzipiert und bleibt der Stadt auch nach Abschluss der Landesgartenschau erhalten.
Ausblick auf die Landesgartenschau 2027
In Zusammenarbeit mit der FH Oberösterreich Campus Wels werden im Rahmen der kommenden Gartenschau weitere Smart-Gardening-Lösungen präsentiert. Das Projekt im Burggarten fungiert dabei als Reallabor für zukunftsfähige urbane Grünraumkonzepte. Bis zum Start der Veranstaltung im April 2027 sollen weitere innovative Ansätze für eine nachhaltige Stadtentwicklung integriert werden. Damit setzt die Stadt der Gärten einen dauerhaften Impuls für die Lebensqualität und den Tourismus in der gesamten Region.

