Online-Fristen-Check für Bauwerksbuch
Ein neues digitales Tool unterstützt Wiener Hauseigentümer bei den gesetzlichen Fristen.
Die digitale Bauwerksbuch-Pflicht gemäß § 128a der Wiener Bauordnung ist für viele Immobilieneigentümer und Hausverwaltungen derzeit ein Thema, das für erhebliche Verunsicherung sorgt. Da in Wien rund 57.000 Bestandsgebäude betroffen sind, von denen ein Großteil bereits bis Ende 2027 über eine solche technische Dokumentation verfügen muss, ist der Druck zur zeitnahen Umsetzung spürbar. Entscheidend für die Einordnung ist dabei ausschließlich das ursprüngliche Errichtungsjahr des Gebäudes, wobei spätere Zu- oder Umbauten keinen Einfluss auf die gesetzliche Frist haben. Gebäude, die vor dem 1. Jänner 1919 errichtet wurden, bilden die erste Gruppe und müssen bis zum 31. Dezember 2027 vollständig registriert sein, während für Objekte aus der Zeit zwischen 1919 und 1945 eine Frist bis Ende 2030 gilt.
Um dieser Komplexität entgegenzuwirken, bieten spezialisierte Online-Tools eine erste Orientierung. Ein solches Angebot ermöglicht es Eigentümern, innerhalb weniger Sekunden und ohne notwendige Registrierung festzustellen, ob ihr Objekt in den Anwendungsbereich der gesetzlichen Pflicht fällt. Ein solches Vorgehen ist deshalb sinnvoll, weil die rechtlichen Anforderungen an das Bauwerksbuch hoch sind: Die Erstellung darf ausschließlich von befugten Experten wie Baumeistern, Ziviltechnikern oder zertifizierten Sachverständigen durchgeführt werden. Das Bauwerksbuch selbst ist dabei mehr als nur eine formale Dokumentation, da es als zentrales Instrument für die Gebäudesicherheit fungiert und alle technischen Prüfzyklen sowie den Zustand der Bausubstanz zentral zusammenführt.
Die Notwendigkeit einer frühzeitigen Auseinandersetzung mit diesem Thema ergibt sich nicht zuletzt aus den drohenden Sanktionen bei Nichteinhaltung, die im Rahmen der Wiener Bauordnung bei bis zu 50.000 Euro liegen können. Da mit dem Näherrücken der Stichtage zudem ein Engpass bei den verfügbaren Experten zu erwarten ist, empfiehlt sich für Hausverwaltungen ein zügiger Abgleich des eigenen Portfolios. Die digitale Erfassung der Gebäudedaten stellt dabei einen wesentlichen Schritt hin zur Professionalisierung der Immobilienbewirtschaftung dar, da sie langfristig die Instandhaltungsplanung erleichtert und die Nachvollziehbarkeit technischer Vorgänge über den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks hinweg sicherstellt. Wer jetzt handelt, entgeht nicht nur dem rechtlichen Risiko, sondern schafft zudem eine wertvolle Grundlage für die zukunftsorientierte Verwaltung seiner Immobilienbestände.
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