Österreich benötigt über eine Million Wärmepumpen bis 2040
Ein massiver Ausbau senkt die Abhängigkeit von Importen und spart Milliarden an CO₂-Strafen
Die Dekarbonisierung des Raumwärmebereichs bildet eine der tragenden Säulen der österreichischen Klimastrategie. Wie eine aktuelle Studie der Österreichischen Energieagentur (AEA) zeigt, führt an der Wärmepumpe als primärem Erzeugersystem im Gebäudebestand kein Weg vorbei, wenn die ambitionierten Klimaziele bis zum Jahr 2040 erreicht werden sollen. Um die CO₂-Neutralität im Gebäudesektor fristgerecht zu realisieren, ist ein Netto-Warenbestand von über 1,3 Millionen installierten Wärmepumpen (davon rund eine Million reine Heizungswärmepumpen) im Land erforderlich.
Für das TGA-Fachhandwerk und die Heizungsindustrie bedeutet dies ein langfristig stabiles Marktpotenzial mit einem kontinuierlichen Zubau von rund 50.000 Systemen pro Jahr. Unter Berücksichtigung von Reinvestitionen und dem Austausch von Altanlagen wird der Gesamtmarkt schrittweise auf ein Niveau von rund 100.000 Geräten jährlich anwachsen.
Der forcierte Umstieg im Heizungskeller entfaltet dabei eine enorme volkswirtschaftliche Hebelwirkung. Durch die Substitution fossiler Brennstoffe lassen sich die Netto-Treibhausgasemissionen im Jahr 2030 um über 3 Millionen Tonnen und bis 2040 um knapp 5 Millionen Tonnen reduzieren. Für den Staatshaushalt bedeutet dies eine massive Entlastung: Allein im Jahr 2040 bewahrt der Wärmepumpen-Zubau Österreich vor drohenden Strafzahlungen für den Zukauf externer CO₂-Zertifikate in der Höhe von ein bis zwei Milliarden Euro.
Gleichzeitig sinkt der Bedarf an fossilen Energieträgern dramatisch: Bis 2030 werden jährlich rund 13 TWh und bis 2040 sogar 19 TWh an Erdgas und Heizöl eingespart. Die im Jahr 2040 ersetzte Gasmenge entspricht dabei etwa 24 Prozent der gesamten österreichischen Gasimporte des Jahres 2024, während die substituierten Erdölmengen stolze 73 Prozent des damaligen Ölverbrauchs im Raumwärmebereich ausmachen.
Aktiver Baustein im Smart Grid: Moderne Wärmepumpen sind längst keine reinen Heizsysteme mehr. Dank thermischer Speicherfähigkeit können sie netzdienlich gesteuert werden, um bevorzugt dann Strom zu beziehen, wenn erneuerbare Energien reichlich und günstig im Netz vorhanden sind.
Um Planer und ausführende Installationsbetriebe bei dieser qualitativen und quantitativen Skalierung zu unterstützen, stellt das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie (BMWET) die praxisnahe „klimaaktiv Toolbox“ bereit. Dieses digitale Werkzeugset erleichtert mit Online-Rechnern und herstellerneutralen Leitfäden die fachgerechte Dimensionierung, Wirtschaftlichkeitsberechnung und hydraulische Optimierung der Anlagen direkt an der Schnittstelle zum Kunden.
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