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München testet Materialkataster für kreislauffähiges Bauen

München pilotiert digitales Materialkataster: 4,4 Millionen Tonnen Beton als strategische Rohstoffreserve identifiziert.

Die Bauwirtschaft in Deutschland verbraucht jährlich über 500 Millionen Tonnen Rohstoffe und zählt zugleich zu den größten Abfallerzeugern. München will diesen Zielkonflikt mit einem zentralen Baustein seiner Zero-Waste-Strategie adressieren, einer Baustoffbibliothek, die die materielle Zusammensetzung von Gebäuden transparent macht und künftige Materialströme besser planbar macht. Kern des Vorhabens ist ein Pilot für ein Gebäudematerialkataster, das von Epea und Madaster Germany umgesetzt wird.

Grundlage ist das digitale Analysewerkzeug Urban Mining Screener, das aus wenigen Eingangsdaten wie Baujahr, Bauort und Gebäudetyp erste belastbare Abschätzungen zur Materialzusammensetzung ermöglicht. Erfasst werden nicht nur verbaute Materialien, sondern auch deren Mengen sowie das Potenzial zur Wiederverwertung bei Rück- oder Umbau. Für den Pilot wurde der Stadtteil Feldmoching-Hasenbergl ausgewertet.

Insgesamt wurden dort rund 7.500 Gebäude analysiert. Die Ergebnisse beziffern den im Bestand gebundenen Materialpool auf mehr als 4,4 Millionen Tonnen Beton und über 200.000 Tonnen Metalle, ergänzt um weitere Baustoffe. Diese Bestände werden als urbanes Rohstofflager verstanden, das perspektivisch eine größere Rolle für die regionale Versorgung spielen könnte.

Die Stadt verknüpft das Kataster mit ihren Abfallzielen bis 2035. Vorgesehen ist, die Abfälle aus Münchner Haushalten um 15 Prozent und die Restmüllmenge um 35 Prozent zu verringern. Nach Angaben aus der Stadtverwaltung verbraucht München jährlich rund 47 Millionen Tonnen Rohmaterialien, etwa 60 Prozent davon entfallen auf Bauwesen und Infrastruktur.

Bau- und Abbruchabfälle gelten deshalb als zentraler Hebel, um Ressourcenverbrauch und Abfallmengen zu senken. Für die beteiligten Fachleute ist die Datenerhebung nur der Auftakt. Entscheidend sei, das identifizierte Rohstofflager durch vorausschauendes Stoffstrommanagement so zu bewirtschaften, dass CO2-Emissionen, Primärrohstoffverbrauch und Abfallaufkommen reduziert werden.

Im weiteren Projektverlauf sollen die Ergebnisse innerhalb der Stadt vorgestellt und diskutiert werden. Perspektivisch könnte das Kataster auf weitere Gebiete übertragen und mit Programmen der Münchner Kreislaufwirtschaftsstrategie sowie laufenden Initiativen im Bereich Urban Mining verzahnt werden.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 11. Mai 2026 - zuletzt bearbeitet am 11. Mai 2026


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