Mauerroboter im Realeinsatz im Hochbau
Porr testet den Mauerroboter Walter im tschechischen Wohnbauprojekt Kladno Living
Der Mangel an gewerblichen Fachkräften und die Notwendigkeit zur körperlichen Entlastung des Baustellenpersonals treiben den Einsatz von Automatisierungslösungen im Hochbau voran. Die Porr bringt mit dem Mauerroboter WLTR – Spitzname „Walter“ – eine neue Technologie im realen Baustellenbetrieb zum Einsatz. Beim Wohnbauprojekt Kladno Living nahe Prag, das fünf Gebäude mit insgesamt 371 Wohneinheiten umfasst, errichtet das System tragende Wände sowie Wohnungstrennwände aus plangeschliffenen Akustikziegeln. Die Steine weisen ein Einzelgewicht von bis zu 52 Kilogramm auf, was die körperliche Belastung bei manueller Verarbeitung extrem hoch ansetzen würde.
Der Roboter arbeitet auf Basis der digitalen Projektmodelle (BIM) und setzt die Baustoffe millimetergenau. Aktuelle Generationen dieser Mauerroboter sind in der Lage, nicht nur geradlinige Wandabschnitte auszuführen, sondern auch komplexe Geometrien wie Ecken und Wandöffnungen präzise umzusetzen. Koordinierung und Betreuung der Automatisierungsanwendungen erfolgen zentral über das interne Team Construction Automation & Robotics (CAR) der Porr-Gruppe, um Praxiserfahrungen gruppenweit für künftige Hochbauvorhaben nutzbar zu machen.
Teilautomatisierung im Bestandsprozess: Der Einsatz von Robotik ersetzt nicht die Fachkraft, sondern verlagert das Anforderungsprofil. Der Roboter übernimmt die ergonomisch kritischen Hebeleistungen, während geschulte Maurerkräfte die Vorbereitung, Logistik und digitale Steuerung auf der Baustelle übernehmen.
Die Auswertung der Testergebnisse zeigt, dass der Roboter im laufenden Betrieb eine Produktivität erreicht, die der eines erfahrenen Maurers entspricht, bei dauerhaft gleichbleibender Ausführungsqualität. Ein zentraler Erfolgsfaktor für den wirtschaftlichen Einsatz ist die lückenlose Integration in die Logistik- und Ablaufplanung im Vorfeld der Rohbauphase. Da der Roboter entsprechende Bewegungsflächen und eine exakte Vorbereitung der Untergründe benötigt, erfordert die Technologie eine enge Abstimmung zwischen Statik, Fachplanung und Bauausführung. Die Entlastung bei schwerer manueller Arbeit steht dabei im Fokus der strategischen Digitalisierungsinitiative des Konzerns.
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