Logistikarchitektur als ökologischer Hebel
Wie ein 230-Millionen-Euro-Projekt die Grenzen zwischen industrieller Effizienz, anspruchsvoller Gebäudetechnik und Biodiversität neu definiert.
Die Skalierung von Logistikkapazitäten im Jahr 2026 verlangt nach radikal neuen Antworten auf die Fragen der Flächeninanspruchnahme und Dekarbonisierung. Mit der bisher größten Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte in Höhe von 230 Millionen Euro realisiert dm drogerie markt im oberösterreichischen Kronstorf ein Verteilzentrum, das den bestehenden Standort im benachbarten Enns strategisch ergänzt und die Logistikkapazitäten in Österreich verdoppelt
Architektonisch bricht das Großprojekt konsequent mit den Standards konventioneller Paneelbauweisen im Industriebau. Überall dort, wo es technisch sinnvoll ist, wird Holz als primärer Baustoff eingesetzt
Ein zentraler Aspekt des planerischen Gesamtkonzepts liegt im sensiblen Umgang mit der Ressource Boden. Um die Versiegelung auf ein Minimum zu reduzieren, bleiben mehr als 26.000 Quadratmeter und damit 30 Prozent der Gesamtfläche unversiegelt . Weitere elf Prozent werden über Rasengitter und Blumenschotterrasen nur teilversiegelt, während das 31.000 Quadratmeter große Dach vollflächig als Gründach ausgeführt wird . Ergänzt wird dieses Öko-Konzept durch einen 6.000 Quadratmeter großen Öko-Grünpark mit Retentionsfläche, Löschteich und Biotopcharakter, der die lokale Biodiversität aktiv fördert . Parallel zur anspruchsvollen Außenraumgestaltung operiert das Innere des Gebäudes auf höchstem technologischen Niveau. Menschliche Arbeitskraft und automatisierte Systeme agieren eng verzahnt: Rund 80 autonom agierende fahrerlose Transportsysteme (AGVs) übernehmen die internen Transportprozesse, während das Herzstück der Anlage, ein Kleinteile-Shuttle-Lager mit rund 260.000 Stellplätzen, über eine umfangreiche Fördertechnik an hocheffiziente Kommissionier-Stationen angebunden ist . Das Projekt zeigt, dass die industrielle Bauwende im Jahr 2026 dort gelingt, wo hocheffiziente Technik und ressourcenschonende Architektur eine Symbiose eingehen.
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