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Lobbyisten fordern 500 Millionen für Kesseltausch

Vertreter der Heizungsbranche fordern Verdoppelung der Kesseltauschförderung.

In einem an mehrere Ministerien adressierten Brief wollen die Vertreter der Heizungsbranche die Kesseltauschförderung im Doppelbudget 2027/2028 verdoppelt wissen. "Wir appellieren eindringlich an Sie, die langfristig zugesagten Förderungsmittel für den Heizkesseltausch zur Reduktion der Erdgas- und Erdölabhängigkeit unserer Haushalte auch im Doppelbudget für die folgenden Jahre verbindlich zu fixieren und dauerhaft abzusichern. Die Branche der erneuerbaren Heiztechnologien brauche ein klares Bekenntnis zur langfristigen Planbarkeit. Ein weiteres „Stop-and-Go“ in der Förderpolitik gefährdet Investitionen, Arbeitsplätze und das Vertrauen der Bevölkerung, so die Präsidenten Richard Freimüller (Wärmepumpe Austria) und Franz Titschenbacher (Österreichischer Biomasse-Verband) und der Vorsitzende von proPellets Austria Michael Pfeifer

500 Millionen Euro pro Jahr

Um den Erdgas- und Erdölausstieg möglichst effektiv und kosteneffizient zu erreichen, müssen jährlich zumindest 60.000 fossile Heizsysteme durch Wärmepumpen und Biomassekessel ersetzt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine Aufstockung des Budgets für den Kesseltausch auf 500 Millionen Euro jährlich erforderlich. Gleichzeitig braucht es eine klare budgetäre Trennung zwischen thermischer Sanierung und Heizungstausch, um Planungssicherheit in beiden Bereichen zu gewährleisten.

Hintergrund

Die Wärmepumpen-, Kessel- und Holzindustrie hat im Vertrauen auf die Energie- und Klimaschutzziele investiert und die Kapazitäten ausgebaut. Die Pelletsproduktion der österreichischen Unternehmen entspricht mittlerweile in etwa dem Doppelten des aktuellen Pelletsbedarfs, große Mengen an Pellets werden exportiert. Gleichzeitig sind 1,2 Millionen Haushalte, die mit Erdgas und Heizöl heizen, von Energieimporten abhängig. Jedes Jahr werden mehr als 10 Milliarden Euro an Erdöl- und Erdgas-Förderstaaten überwiesen.

Es sei unverständlich warum die Potenziale der Wärmepumpen und Holzenergie (Pellets, Scheitholz, Hackgut, Nahwärme, ...) nicht ausgenutzt werden. Die Effekte auf das Budget erweisen sich durch die Verlagerung der Wertschöpfung aus dem Ausland in das Inland sehr stark positiv. Förderungen rechnen sich für den Bund noch vor der Auszahlung der Förderung, da die Budgeteinnahmen aus Steuern und Lohnabgaben durch die Produktion und Installation der Anlagen höher sind, als die erst nach der Investition ausbezahlten Förderungen.

2025 deutliche Rückgänge

Die Marktentwicklung sei alarmierend, so die drei Brieffreunde: Erneuerbare Heizsysteme verzeichneten im Jahr 2025 massive Absatzrückgänge zwischen 20 und 35 Prozent. Gleichzeitig ist der Absatz fossiler Heizkessel 2025 um 10 Prozent auf rund 33.000 Stück gestiegen. Diese Anlagen werden bis weit über 2040 hinaus in Betrieb sein und zementieren Importabhängigkeit, hohe Energiekosten und klimapolitischen Stillstand. Erdgas- und Ölheizungen sind verantwortlich dafür, dass Energiepreisschocks direkt inflationstreibend wirken. Durch die von ihnen geschaffene Abhängigkeit eröffnen sie zudem die Möglichkeit, Erdgas und Erdöl als Waffe einzusetzen.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 23. März 2026 - zuletzt bearbeitet am 23. März 2026


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AutorFranz Artner
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