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Kunst der Innovation

Der einzige Sanitärkeramikerzeuger Österreichs setzt intensiv auf den Dialog mit Kunst und Innovation. Zu sehen ist das auch im brandneuen Innovation Hub in Wien.

Die Industrie müsse offen sein für Kooperationen, sagt Marc Viardot, Managing Director der Laufen Business Unit Central Europe, anlässlich einer Visite im Werk Gmunden. Er begrüßte dort zehn europäische Künstler, die sich bei Laufen und bei Gmundner Keramik zum mehrwöchigen Keramik Symposium eingefunden haben. Damit knüpft Laufen an die Tradition der 60er- und 70er-Jahre an, in denen die Werkstätten als Ort des künstlerischen Schaffens dienten. Heute sind das nicht mehr nur händisch geformte Objekte und Skulpturen, auch der 3D-Drucker formt inzwischen anspruchsvolle Formen aus Ton.

Bei Laufen hat die Kooperation zwischen Technikern und Designern auch abseits des Symposiums eine große Bedeutung. Das vergleichsweise kleine Werk in Gmunden dient Laufen als Innovations- und Entwicklungszentrum und produziert Kleinserien. Pro Jahr stellen die 145 Mitarbeiter rund 100.000 Einheiten her, darunter Standwaschbecken, Toiletten und Waschbecken. Der letzte große Wurf, der hier gelungen ist, heißt Saphir Keramik und hat inzwischen einige Designpreise erhalten. Die sehr dünnwandigen Waschbecken sind inzwischen in den besten Häusern der Welt installiert. Bis es soweit war, wurde in Gmunden viel getüftelt und probiert – und das 365 Tage im Jahr, denn der 20 Meter lange Brennofen kühlt niemals aus. Allein dort verbringt jedes Keramikteil rund 20 Stunden, von Beginn an bis zur Verpackung braucht es für ein Waschbecken rund vier Tage.

Während in anderen Laufen-Werken in Tschechien, Polen und Russland hunderttausende Stück jährlich die Produktion verlassen, werden im Werk Gmunden auch Prototypen gebaut und diverse Tests gemacht. Im Schnitt gelangen von 100 gebrannten Einheiten 88 in den Verkauf, der Rest wird vermahlen und erneut in den Produktionszyklus integriert. Die Präzision der Keramiken gewinnt zunehmend an Bedeutung, weil sie vielfach in Möbel verbaut werden, die kaum Toleranzen erlauben. Und auch der Variantenreichtum macht die Produktion vielfältig. Von einem Waschbeckenmodell gibt es bis zu 64 Varianten, die in den 1.260 Grad heißen und rund 100 Meter langen Tunnelofen gelangen.

Design-Brennraum und Stromklo

Ein Brennofen stand auch Pate für die Rauminstallation in brandneuen Innovation Hub in der Wiener Innenstadt. Das Designbüro EOOS hat die Anordnung der Werkstücke im Ofen dazu inspiriert, die Keramikserien von Laufen so zu präsentieren, als kämen sie gerade aus dem Ofen. Insgesamt sieben Ofenwägen bilden so ein imposantes, fast 40 Meter langes Szenario. Auf der Rückseite der Ofenwägen befindet sich ein abstrahierter Raum mit den zentralen Stücken der präsentierten Serien.

Ebenfalls sehenswert sind an der Adresse Salzgries 21 die Objekte, die in den Kurt Ohnsorg-Symposien in den Jahren 1963 bis 1969 in Gmunden entstanden. Damals wurde mit Keramik als innovativem Material für die Zeitgenössische Kunst gearbeitet.

Am auffälligsten ist im Schauraum jedoch im Moment die an eine Mondlandekapsel erinnernde Installation „Pee Power“. Bei dieser Kooperation von Laufen, EOOS Design und dem Bristol Robotics Lab der University of West England wird mittels Brennstoffzellen-Technologie aus Urin Strom erzeugt. Zur Raumkapsel führt eine Leiter hinauf. Nachdem die Schiebetür verriegelt ist, kann das genderneutrale Urinal von Männern wie Frauen gleichermaßen verwendet werden. Ist das Geschäft erledigt, erzeugen die Brennstoffzellen vom Bristol Robotics Laboratory aus dem Abwasser und Urin wertvollen Strom. Bei diesem Prozess wird das Abwasser vorgereinigt und gefährliche Patogene abgebaut. Eine Baueinheit besteht aus 22 Brennstoffzellen, die jeweils aus einem keramischen Zylinder und zwei Kohlenstoffelektroden bestehen und von Urin umspült werden. Mikroorganismen spalten Elektronen im Urin ab. Der erzeugte Strom wird durch eine elektronische Schaltung in einem Akku gespeichert. Aus den Brennstoffzellen kann genug Energie gewonnen werden, dass eine LED Lampe mit 8 Watt zirka 30 Minuten leuchten kann.

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© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 26. Oktober 2018 - zuletzt bearbeitet am 02. März 2026


FA
AutorFranz Artner
Tags
Licht

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