Kollaps beim Solar-Fördercall
Hansesun fordert nach massiven Ablehnungsquoten das Ende der aktuellen Praxis
Der jüngste Fördercall der Abwicklungsstelle für das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) hat die Sollbruchstellen der österreichischen Solarförderung schonungslos offengelegt. Innerhalb von nur 36 Sekunden war der bundesweite Fördertopf komplett erschöpft – mit dem Ergebnis, dass rund 90 Prozent der eingereichten Anträge für Investitionszuschüsse eine Ablehnung erhielten. Angesichts von knapp 25.000 leer ausgegangenen Projekten formiert sich in der Photovoltaik-Branche massiver Widerstand gegen das aktuelle Prozedere, das zunehmend als demotivierende Barriere für die Dekarbonisierung des Gebäudesektors wahrgenommen wird.
Das etablierte „First-Come-First-Serve“-Prinzip degeneriert bei derartigen Serverüberlastungen zu einem digitalen Glücksspiel, bei dem Bruchteile von Sekunden über die Wirtschaftlichkeit von Investitionen entscheiden. Für TGA-Fachplaner und Installationsbetriebe resultiert diese Praxis in einem massiven administrativen Mehraufwand. Da abgewiesene Anträge beim darauffolgenden Call erneut eingepflegt werden müssen, entstehen ineffiziente Warteschleifen, die den realen Zubau von Erneuerbaren Energien auf den Dächern spürbar einbremsen und geplante Projekte im Wohn- und Gewerbebau unnötig verzögern.
Als technologieoffene und marktwirtschaftlich stabilere Alternative plädiert die Branche vermehrt für strukturelle steuerliche Entlastungen anstelle volatiler Direktzuschüsse. Diskutiert wird die Wiedereinführung einer generellen Mehrwertsteuer-Befreiung für Solarmodule und stationäre Stromspeicher sowie ein dauerhaft reduzierter Steuersatz für sämtliche Komponenten der regenerativen Haustechnik. Ein solcher Systemwechsel würde nicht nur die Bürokratie für Endkunden und Betriebe eliminieren, sondern auch eine verlässliche Kalkulationsbasis für die langfristige energetische Sanierung des österreichischen Immobilienbestands garantieren.
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