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Linz forciert Fernkälte

Wie die Linz AG mit einem begehbaren „Klimatunnel“ im Microtunneling-Verfahren und einer 28-MW-Zentrale die Abwärmenutzung skaliert

Die fortschreitende urbane Erwärmung erfordert im Jahr 2026 tiefgreifende Infrastrukturinvestitionen, um den steigenden Kühlungsbedarf in Ballungsräumen treibhausgasneutral zu decken. Nach dem Baustart des industriellen Wärmewandlers im März 2026 setzt die LINZ AG nun das nächste zentrale Großprojekt ihrer Energiewende um: Im Energiepark Linz-Mitte (Nebingerstraße) haben die Tiefbau- und Montagearbeiten für ein neues Fernkältenetz begonnen. Das strategische Vorhaben kombiniert eine hochmoderne Erzeugerzentrale mit einem technisch anspruchsvollen, unterirdischen Leitungstunnel, um Großabnehmer im innerstädtischen Raum hocheffizient zu versorgen.

Das funktionale Rückgrat der thermischen Infrastruktur bildet die neue Fernkältezentrale. Die Anlage geht in der ersten Ausbaustufe mit einer Leistung von bis zu 28 Megawatt (MW) ans Netz – rechnerisch ausreichend für die Klimatisierung von rund 500.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche – und verfügt über eine Erweiterungsoption auf insgesamt 40 MW. Im Vergleich zu dezentralen, konventionellen Klimaanlagen reduziert dieses zukunftsorientierte TGA-Konzept sowohl den elektrischen Energiebedarf als auch die CO₂-Emissionen drastisch. Zur thermodynamischen Optimierung und Betriebsflexibilisierung wird die Zentrale mit einem großdimensionierten Kältespeicher gekoppelt. Ein wesentlicher Innovationsfaktor des Projekts liegt zudem in der Sektorenkopplung: Die im Kühlprozess anfallende Abwärme wird nicht ungenutzt an die Umwelt abgegeben, sondern direkt in das bestehende Fernwärmenetz der Landeshauptstadt eingespeist.

Das bautechnische Kernstück des Gesamtprojekts stellt der rund drei Kilometer lange „Klimatunnel“ dar. Als tief liegende Hauptversorgungsachse verläuft die Trasse ausgehend vom Energiepark über das Design Center und die Goethestraße bis zur Rainerstraße.

Präzisions-Tiefbau im urbanen Raum: Um den innerstädtischen Oberflächenverkehr und bestehende Einbauten nicht zu beeinträchtigen, wird der Tunnel in einer Tiefe von bis zu 30 Metern mittels eines grabenlosen Vollschnittvortriebs (Microtunneling-Verfahren) aufgefahren.

Nach der Fertigstellung fungiert der Tunnel als begehbare Infrastrukturtrasse. Die hydraulische Anbindung der potenziellen Kundenanlagen an das oberflächennahe Verteilnetz erfolgt über sechs strategisch positionierte Schächte entlang des Tunnelverlaufs. Gemäß dem aktuellen Projektstatus von Juli 2026 ist die finale Fertigstellung des Klimatunnels sowie die vollständige Inbetriebnahme der Fernkältezentrale für Mitte 2028 terminiert. Damit transformiert der Energieversorger seine über dreißigjährige Erfahrung im Kältesektor in ein zukunftssicheres, großvolumiges TGA-Netzwerk für die Immobilienwirtschaft.

© Cachalot Media House GmbH - Veröffentlicht am 08. Juli 2026 - zuletzt bearbeitet am 08. Juli 2026


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AutorLaura Fürst
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