Baukonzerne wachsen gegen globalen Trend
Während China schwächelt, steigern europäische Bauriesen ihre Erlöse um rund neun Prozent.
Die internationale Bauwirtschaft verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 nach einer längeren Wachstumsphase eine leichte Abkühlung. Laut der aktuellen Deloitte-Studie Global Powers of Construction erwirtschafteten die weltweit 100 größten börsennotierten Bauunternehmen einen Gesamtumsatz von 1,972 Billionen US-Dollar, was einem leichten Rückgang von 0,4 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Während die Märkte in den USA und China Einbußen hinnehmen mussten, bauten die europäischen Akteure ihre Umsätze um rund 9 % aus.
Trotz derzeitiger Belastungen durch finanzielle Restriktionen, wirtschaftliche Unsicherheiten und gestörte Lieferketten bleiben die langfristigen Aussichten positiv. Für die globale Branche wird bis zum Jahr 2030 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 5,9 % prognostiziert. Wesentliche Treiber sind Urbanisierung, Internationalisierung und eine zunehmende Diversifizierung in Geschäftsfelder abseits des traditionellen Baus.
An der weltweiten Spitze dominieren weiterhin fünf chinesische Baukonzerne, angeführt von der China State Construction Engineering Corp. mit Erlösen von 289,688 Milliarden US-Dollar. Insgesamt entfielen 48,5 % des Gesamtumsatzes der Top 100 auf Unternehmen aus China. Als stärkster europäischer Vertreter platzierte sich die französische Vinci-Gruppe mit 84,343 Milliarden US-Dollar auf Rang sechs. Aus Österreich behaupteten sich erneut zwei Konzerne im globalen Spitzenfeld. Die Strabag verteidigte mit einem Umsatz von 21,159 Milliarden US-Dollar den 21. Rang und erzielte mit einem Plus von 105,1 % den stärksten Zuwachs bei der Marktkapitalisierung unter den Top 30. Die Porr belegte mit 7,118 Milliarden US-Dollar den 52. Platz.
Europäische Baukonzerne zeichnen sich durch eine ausgeprägte internationale Präsenz aus und erwirtschaften durchschnittlich 67 % ihrer Erlöse im Ausland. Diese globale Aufstellung eröffnet ihnen laut Marktexperten zusätzliche Wachstumschancen, da sich der weltweite Bedarf an Infrastruktur- und Bauleistungen künftig weiter verstärken dürfte.
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