Die österreichische Bundesregierung stellt für eine Sanierungsoffensive 500 Millionen Euro bereit. Davon fließen 321 Millionen Euro gezielt in die thermische Gebäudesanierung, um Investitionen auszulösen und die Dekarbonisierung des Bestands voranzutreiben. Die Plattform Pro Bauen & Sanieren begrüßt dieses Förderpaket als notwendigen Impuls für Beschäftigung und Wirtschaftswachstum. Die Initiative stützt sich auf eine aktuelle Untersuchung des iföw, wonach die Bauwirtschaft für insgesamt 84,8 Milliarden Euro gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung steht und knapp 1,1 Millionen Arbeitsplätze sichert. Jeder Euro direkter Wertschöpfung löst demnach weitere 63 Cent in vor- und nachgelagerten Bereichen aus.
Georg Bursik vom Forschungsverband der österreichischen Baustoffindustrie hebt hervor, dass die Betriebe zur Stabilisierung der Auftragslage genau jetzt solche Investitionssignale benötigen. Ewald Kronheim vom Verband der Baustoffhändler betont ergänzend die positiven regionalen Effekte auf Handel und Handwerk. Langfristig soll die Sanierungsrate von 1,5 auf 3 Prozent verdoppelt werden, was laut Modellrechnungen Investitionen von fast 191 Milliarden Euro erfordert. Vertreter der Immobilienwirtschaft warnen jedoch davor, sich allein auf staatliche Fördermittel zu verlassen.
Nicole Fürntrath von der Wiener Fachgruppe der Immobilien- und Vermögenstreuhänder mahnt verlässliche Rahmenbedingungen sowie Rechtssicherheit an, damit Eigentümer Projekte im mehrgeschoßigen Wohnbau tatsächlich realisieren können. Aus Sicht von Fachverbandsobmann Roman Oberndorfer müssen die politischen Entscheidungsträger nun zügig die Verhandlungen zum Wohnrecht abschließen. Nur durch praxistaugliche Regelungen und einen fairen Ausgleich zwischen Mietern und Vermietern lasse sich zusätzlich privates Kapital mobilisieren, um bezahlbaren Wohnraum und Klimaschutzziele gleichermaßen zu erreichen.