Gender: Beim Klo lieber No
Eine Studie von Marketagent zeigt, dass geschlechterneutrale Toiletten in Österreich keinen guten Stand haben.
Das Thema Genderneutralität wird in Österreich mit gemischten Gefühlen diskutiert. Eine aktuelle Marketagent-Umfrage unter 1.000 Personen zeigt, wie sehr Geschlechtsneutralität die heimische Bevölkerung polarisiert. Zwar stehen drei Viertel der Österreicherinnen und Österreicher (74%) der Idee grundsätzlich neutral bis positiv gegenüber, doch bei der konkreten Umsetzung scheiden sich die Geister.
Geschlechtsneutralität beim Klo sorgt in Österreich für ein durchaus ambivalentes Stimmungsbild. Eine aktuelle, repräsentative Studie des Online-Research-Instituts Marketagent zeigt: Zwar stehen drei Viertel der Bevölkerung genderneutralen Konzepten grundsätzlich offen gegenüber, doch bei der konkreten Umsetzung überwiegt die Skepsis. Besonders deutlich wird dies bei Unisex-Toiletten, die von vielen kritisch gesehen werden, auch wenn eine Mehrheit ihre Einführung zumindest als ergänzende Option unterstützt.
Zwischen Fortschritt und Festhalten
„Unsere Studie zeigt klar: Die Offenheit für Genderneutralität ist in Österreich da, aber sie verläuft entlang von Generationen und politischen Linien. Jüngere und progressiv eingestellte Menschen sind eher bereit, Neues auszuprobieren, während Ältere stärker an Gewohntem festhalten“, erklärt Andrea Berger, Research & Communications Manager bei Marketagent.
Unisex-WCs: Offen für die Idee, unsicher bei der Nutzung
Die Vorteile genderneutraler WCs werden von der Bevölkerung eher pragmatisch als ideologisch gesehen. Für 28 Prozent sind sie vor allem praktisch für Familien mit Kindern, ein Viertel erwartet eine einfachere Planung und geringere Baukosten (25%), 19 Prozent erhoffen sich kürzere Wartezeiten. Und immerhin 23 Prozent sehen darin eine wichtige Erleichterung für Menschen, die sich keinem eindeutigen Geschlecht zuordnen.
„Genderneutrale Toiletten sind weniger ein Kulturkampf als ein Komfortthema. Die meisten Österreicher*innen sind offen für neue Formen der Inklusion, wünschen sich jedoch Wahlfreiheit. Am Ende gilt wie so oft: Fortschritt funktioniert dann am besten, wenn er mit den Menschen gestaltet wird und ihnen Raum lässt, Vertrautheit zu entwickeln“, analysiert Marketagent-Founder Thomas Schwabl.


