20 Jahre klimaaktiv Gebäudestandard
Seit zwei Jahrzehnten setzt der klimaaktiv Gebäudestandard Maßstäbe für energieeffizientes, nachhaltiges und zukunftsorientiertes Bauen . Trotz großer Anstrengungen ist die Zertifizierung ein Nischenprojekt.
Was als visionäre Initiative begann, hat sich zu einem zentralen Orientierungsrahmen für die Bau- und Immobilienbranche entwickelt – und prägt die österreichische Baukultur bis heute nachhaltig. Als der Gebäudestandard vor 20 Jahren eingeführt wurde, waren energieeffiziente Planung, der umfassende Einsatz erneuerbarer Energien oder ganzheitliche Nachhaltigkeitskonzepte noch keine Selbstverständlichkeit. Heute gelten diese Aspekte als zentrale Qualitätskriterien moderner Gebäude – nicht zuletzt dank des Impulses, den klimaaktiv gesetzt hat.
Messbare Qualität
Der Gebäudestandard definiert klare, überprüfbare Kriterien und macht Qualität im Bauwesen messbar. Damit leistet er einen wesentlichen Beitrag zur systematischen Umsetzung von Energie- und Effizienzzielen – im Neubau ebenso wie in der Sanierung, im Wohnbau, bei öffentlichen Gebäuden oder im Gewerbebereich. „Nachhaltiges Bauen braucht klare Leitlinien und verlässliche Standards. klimaaktiv gibt der Branche Orientierung und unterstützt Innovationen, die den Gebäudesektor zu einem zentralen Hebel der Energiewende machen“, so Staatssekretärin Elisabeth Zehetner.
Rund 2.200 zertifizierte Bauten
Rund 2.200 zertifizierte Gebäude belegen die Anwendung des klimaaktiv Gebäudestandards. Verteilt auf 20 Jahre ergibt das im Schnitt 110 Gebäude pro Jahr. Optimistisch betrachtet kann man diese Zahl als Erfolg verkaufen, objektiv gesehen ist sie der Beleg dafür, dass in Sachen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Bauwesen noch ganz viel Luft nach Oben besteht. Bemerkenswert ist, dass rund 700 der zeitifizierten Gebäude auf Gemeinnützige Wohnbauten entfallen. Unbestritten ist, dass der Standard als Innovationsmotor für neue Technologien, Materialien und smarte Gebäudekonzepte fungiert.
EU-Taxonomie berücksichtigt
Mit Blick auf zukünftige Herausforderungen wird der klimaaktiv Gebäudestandard kontinuierlich weiterentwickelt. In der aktuellen Version des Kriterienkatalogs werden die Anforderungen der EU-Taxonomie stärker berücksichtigt. Neue Schwerpunkte wie Klimawandelanpassung, Baulandqualität, Biodiversität sowie Aspekte des zirkulären Bauens ergänzen bestehende Umwelt- und Qualitätskriterien. Auch Gesundheit und Komfort – etwa Sommertauglichkeit und Tageslichtversorgung – gewinnen weiter an Bedeutung.


