ESG ist out, Nachhaltigkeit bleibt

Trotz veränderter Rhetorik rund um den Begriff ESG bleibt Nachhaltigkeit weltweit ein zentraler Bestandteil der Immobilienbranche. Das zeigt eine neue Umfrage von GRESB, einem globalen Nachhaltigkeitsbenchmark für Real Assets, und der Immobilienmesse MIPIM.

Die Nachhaltigkeit ist gekommen um zu bleiben, wie eine aktuelle Studie belegt. Demnach sehen zwei Drittel der befragten Investoren, Manager und Entwickler Nachhaltigkeit weiterhin als Kern ihrer Strategie an – fast die Hälfte plant, ihre Aktivitäten 2026 sogar auszubauen.

Die im Oktober und November 2025 durchgeführte Umfrage unter rund 180 Branchenvertretern widerspricht damit der These, Nachhaltigkeit verliere an Relevanz. Zwar haben 29 Prozent der Unternehmen ihre Kommunikation angepasst und 14 Prozent vermeiden den Begriff „ESG“ inzwischen ganz. Doch an den Treibern habe sich wenig geändert: Mit 49 Prozent nennen die Befragten Anforderungen von Investoren und Kreditgebern als wichtigsten Impuls für nachhaltiges Handeln, gefolgt von Wertschöpfung und regulatorischen Vorgaben.

Bewusstsein für Auswirkungen des Klimawandels

Besonders deutlich wird die Bedeutung von Klimarisiken. Rund 40 Prozent der Teilnehmenden erwarten, dass physische Auswirkungen des Klimawandels – etwa Überschwemmungen, Hitzewellen oder Waldbrände – bereits 2026 den größten Einfluss auf Immobilienwerte haben werden. Ebenso hoch bewerten sie veränderte Nutzeranforderungen. Gleichzeitig gelten hohe Investitionskosten und Renditeerwartungen als größte Hürde für mehr Klimaresilienz.
„Nachhaltigkeit ist wichtiger denn je, auch wenn sie nicht immer so genannt wird“, sagt Nicolas Boffi, Director von MIPIM. Der Zugang zu Kapital hänge zunehmend von glaubwürdiger Performance ab. Entsprechend soll das Thema bei der MIPIM 2026 eine zentrale Rolle spielen, unter anderem auf der Road-to-Zero-Plattform mit Fokus auf messbare Ergebnisse bei Dekarbonisierung und Anpassung.
Auch GRESB sieht eine Verschiebung weg von Begriffen hin zu Ergebnissen. „Die Investitionstreiber sind unverändert: Risikomanagement, Asset-Werte und Kapitalzugang“, betont Innovationschef Chris Pyke.