Vorausschauend geregelt

In Purkersdorf entstand ein Passivhaus mit Bauteilaktivierung und prädiktiver Regelung.

Wie lassen sich auf einem spitzwinkligen Grundstück in Hanglage zwei Häuser bauen, die miteinander eng kommunizieren und zugleich genügend Privatsphäre für zwei Familien gewähren? Auf jeden Fall mit viel Nachdenken, wie ein Beispiel aus Purkersdorf zeigt. Dort wurde in einem mehrjährigen Planungsprozess das Raumprogramm entsprechend den Nutzerbedürfnissen entwickelt. Der Architekt Christoph Treberspurg entwarf einen Baukörper, der auf die Topographie individuell reagiert. Spannende Proportionen und schräge Decken verleihen dem Haus eine formschöne Architektur. Und was in Zeiten wie diesen auch zählt, perfekte Voraussetzungen, um das Gebäude als Passivhaus nach den höchsten Ansprüchen des Solaren Bauens zu gestalten.

Das Haus ist als Passivhaus konzipiert, der Heizwärmebedarf wird mit 13 kWh/m2/a beziffert. Im Rahmen mehrerer Forschungsprojekte wird das Doppelhaus mit raumweise gesteuerten, bauteilaktivierten Decken und prädiktiver Regelung untersucht. Eine Weltneuheit ist, dass hier erstmals eine prädiktive Steuerung genutzt wird, die die Wettervorhersage der nächsten Tage berücksichtigt. So soll diese Innovation zu einer weiteren Reduktion der benötigten Energie für Heizung, Kühlung und Warmwasser zu einer erhöhten Behaglichkeit im Wohnraum beitragen.

Die Energieversorgung für Heizung und Warmwasser erfolgt über eine Wärmepumpe mit Erdreichtiefensonden als Wärmequellen. Ein beträchtlicher Teil des Strombedarfs wird durch eine Fotovoltaikanlage am Dach abgedeckt. Neben einer hoch wärmedämmenden Gebäudehülle mit Passivhauskomponenten (Fenster, usw.) ist das Gebäude zudem mit einer Wohnraumlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung inkl. Zusatzheizungsfunktion ausgestattet.

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