Rohrdorfer: Projekt für Kreislaufwirtschaft

Zwei Tonnen CO2 aus der Zementproduktion sollen pro Tag abgeschieden und zum Rohstoff für die regionale chemische Industrie umgewandelt werden.

Neue Wege bei der Zementproduktion: Auf dem Betriebsgelände des Werks in Rohrdorf entsteht derzeit Deutschlands erste CO2-Abscheideanlage für die Zementproduktion. Rohrdorfer, der Betreiber des Zementwerks, startet das Pilotprojekt aus eigener Initiative, um die Möglichkeiten der Abscheidung von Kohlendioxid und damit eine klimaverträgliche Zementproduktion zu erforschen. Die Anlage, die in Zusammenarbeit mit der Andritz Gruppe entsteht, soll Ende Juni 2022 in Betrieb gehen und pro Tag zwei Tonnen Kohlendioxid abscheiden. Die Gesamtkosten der Pilotanlage belaufen sich auf drei Mio. Euro und werden von Rohrdorfer getragen.

Produktion von Ameisensäure

Für das Rohrdorfer Zementwerk hat die Andritz Gruppe eine Anlage individuell angepasst. Sobald der CO2-Abscheidevorgang ausreichend getestet ist, erweitern Rohrdorfer Ingenieure und Konstrukteure die Anlage, um aus dem abgeschiedenen Kohlendioxid Ameisensäure, eine vielseitig nutzbare Chemikalie, zu produzieren. Voraussichtlich wird das im Herbst 2022 möglich sein. Bereits seit Juli 2021 testet Rohrdorfer die Gewinnung von Ameisensäure aus Kohlendioxid im unternehmenseigenen Labor, um für die Produktion in der Pilotanlage gerüstet zu sein. Aus den zwei Tonnen CO2, die in der Anlage pro Tag abgeschieden werden, können etwa 1.800 Liter Ameisensäure gewonnen werden. Diese wird zum Beispiel an Chemiewerke in der Region geliefert und dient als Basis für Produkte wie Reinigungs-, Desinfektions- oder Enteisungsmittel. Je nach Reinheitsgrad ist das gewonnene CO2 auch in der Lebensmittelindustrie, etwa für die Kohlensäureanreicherung von Mineralwasser, verwendbar.

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