Hoch hinaus – mit Grün und Beton

Die Sieger der Concrete Student Trophy 2020 stehen fest. Aufgabenstellung war es, ein Hochhaus mit Begrünung in der Seestadt Aspern zu planen. Insgesamt gab es 15 Einreichungen.

Die Vereinigung der Österreichischen Zementindustrie, VÖZ, hat in Zusammenarbeit mit den Technischen Universitäten Österreichs die Concrete Student Trophy vor 15 Jahren ins Leben gerufen mit dem Ziel, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Architektur und Bauingenieurwesen bereits während der Ausbildung zu fördern. Der Studentenwettbewerb ist mit insgesamt 12.000 Euro dotiert. Die Jury, unter dem Vorsitz von Architektin Silja Tillner, prämierte sieben Projekte aus den 15 Einreichungen. Aufgrund von Covid-19 fand die Preisverleihung virtuell statt. Das Thema des interdisziplinären Studentenwettbewerbs war ein Hochhaus mit Begrünung, gefragt war ein Vorentwurf für das Baufeld H5 in der Seestadt Aspern, direkt am See.

Vielfältige Lösungen für eine komplexe Aufgabe

Sebastian Spaun, Geschäftsführer der VÖZ, zeigt sich von den Entwürfen begeistert: „Keine einfache Aufgabe und so vielfältige Antworten. Erfreulich ist vor allem, dass die Studierenden mit Themen wie Klimaschutz und Ressourcenschonung offensichtlich bereits ganz selbstverständlich umgehen.“ Auch für die Jury – wenn auch hauptsächlich virtuell – waren der Wettbewerb und die Diskussion über die höchst unterschiedlichen Ansätze ein Erlebnis. Silja Tillner zum Siegerprojekt „Capa Verde“ von der TU Graz: „Das Projekt löst die komplexe Aufgabenstellung auf eine sehr einfache und plausible Art und Weise. Die Verbindung von Architektur und Begrünung ist sehr gut gelungen. Sehr spannend und innovativ ist die Lösung mit Öffnungen in den auskragenden Scheiben zur Unterbringung größerer Bäume. Fassadengliederung und Begrünung vermindern zudem die Auswirkungen sommerlicher Überhitzung und verbessern durch die Rauigkeit die Aufenthaltsqualität der wohnraumbezogenen Freiräume.“

Preisträger und Anerkennungen

Erster Platz „Capa Verde“ (TU Graz): Auszug aus der Jurybegründung: Das Gebäude fügt sich städtebaulich unaufdringlich, jedoch sehr elegant in die prominente Lage am See ein und wirkt als attraktiver Wohnturm überzeugend. Preisgeld: 3.000 Euro

Zweiter Platz „Living Tetris“ (TU Wien): Auszug aus der Jurybegründung: Beeindruckend sind die ausführlichen Überlegungen zum vielfältigen Begrünungskonzept. Die Begrünung an der tragenden Konstruktion ist, insbesondere durch Unterstützung der tragenden Wirkung, günstig realisierbar. Das Team erhielt ein Preisgeld von 2.500 Euro.

Dritter Platz „Ein Familienhaus“ (TU Wien): Auszug aus der Jurybegründung: Die Jury lobt explizit die professionelle Präsentation sowie die erkennbar schlüssige Zusammenarbeit des Projektteams. Das Konzept entspricht dem Trend des allgemeinen Wunsches nach einem Haus mit Garten, gelöst als bauplatzsparender Ansatz. Preisgeld: 2.000 Euro

Vierter Platz „Grüne Spirale“ (TU Wien): Auszug aus der Jurybegründung: bestechende Idee der Spirale von geschoßweise versetzten und mittels Treppen miteinander verbundenen Freiräumen. Durch das Andocken dieser Freiflächen an die Stiegenhäuser erhalten diese eine – gerade in Hochhäusern wichtige – zusätzliche Qualität (Belichtung, Ausblick) und Erweiterung mit gemeinschaftlich nutzbaren Flächen. Preisgeld: 1.500 Euro

Eine Anerkennung, dotiert mit jeweils 1.000 Euro, erhielten die Projekte „Concrete Jungle – Die vertikale Stadt“ (TU Wien), „climbing curtain“ (TU Wien) und „Green Lakeview Tower“ (TU Graz).

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