Teure Baumaterialien treiben Wohnbaupreise

Die Bauholz und Stahlpreise sind im Vorjahr geradezu explodiert. Als Resultat hat sich der deutsche Wohungsneubau 2021 um fast 10 Prozent verteuert.

Der Erzeugerpreis für Bauholz lag Ende 2021 um 59,4 Prozent über dem Niveau von Dezember 2020. Der Preis für Betonstahl in Stäben legte binnen Jahresfrist um 57,4 Prozent zu, so die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Im Jahresdurchschnitt 2021 hatten die Preise für Bauholz bzw. für Betonstahl um 61,4 Prozent bzw. um 53,2 Prozent über dem Vorjahr gelegen. „Diese starken Baumaterialpreissteigerungen führten im vergangenen Jahr zu dem Preisanstieg beim Neubau von Wohngebäuden (im Jahresdurchschnitt 2021) von 9,1 Prozent“, kommentiert der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, die veröffentlichten Erzeugerpreisindizes für gewerbliche Produkte.

Volatilität bleibt

Damit hätten die Baupreise deutlich über dem Plus der Verbraucherpreise von 3,1 Prozent gelegen. Neben dem Anstieg der Rohstoffpreise hätte aber auch die Absenkung der Mehrwertsteuer im zweiten Halbjahr 2020 eine Rolle gespielt: Ohne Mehrwertsteuer und somit ohne Basiseffekt hätten die Neubaupreise für Wohngebäude 2021 nur um 7,7 Prozent zugelegt. Zu Jahresende konnte allerdings eine leichte Preisberuhigung bei einzelnen Baumaterialien festgestellt werden. So sank der Erzeugerpreis für Bauholz im Dezember binnen Monatsfrist um 12,8 Prozent, das war der dritte Rückgang in Folge. Anders bei Stahl: Der Preis für Betonstahl in Stäben legte im Dezember binnen eines Monats wieder zu, und zwar um 1,7 Prozent. Müller: „Die Preisentwicklung scheint somit weiterhin sehr volatil zu sein. Auftraggeberinnen und Auftraggeber sowie Bauunternehmerinnen und Bauunternehmer sollten daher auch weiterhin Preisschwankungen in ihren Budgets und Kalkulationen berücksichtigen und sich auf einen fairen Umgang dieser nicht beeinflussbaren Faktoren verständigen.“

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