Wien Kanal-Zentrale: Energie durch Abwasser

Das neue Gebäude von Wien Kanal arbeitet mit einem innovativen Energiekonzept: Es wird zur Gänze aus dem öffentlichen Kanalnetz geheizt und gekühlt.

Mit der Übersiedlung vom 3. in den 23. Bezirk schließt Wien Kanal seine Standortstrategie ab, mit der Kosten gesenkt werden und die ganz im Zeichen des Klimaschutzes steht. Bei der Gewinnung von Energie aus dem Abwasser gehört Wien Kanal zu den Vorreitern. Seit 2006 gewinnt die Anlage Energie aus dem öffentlichen Abwassernetz für die bereits bestehenden Gebäude am Standort der ehemaligen Kläranlage Blumental. Für die neue Unternehmenszentrale wurde die Anlage umfassend erweitert. Das Bürogebäude wird zu 100 Prozent mit dieser erneuerbaren Energieform versorgt. Ein Wärmetauscher im Kanal entzieht dem Abwasser Wärme oder Kälte, um das Gebäude im Sommer zu kühlen und im Winter zu heizen. Wien Kanal Direktor Andreas Ilmer sagt: „Neben den ökologischen Vorteilen sparen wir mit der Energiegewinnung aus Abwasser bis zu 100.000 Euro an Energiekosten.“

Am Standort Blumental in Liesing heizt und kühlt das Abwasser mehr als 8.000 Quadratmeter Fläche, Arbeitsplatz für 240 Mitarbeiter*innen. Dafür wurden insgesamt 185 Meter Wärmetauscher im Kanal verbaut, mit denen mehr als 700 Kilowatt Heizleistung und 600 Kilowatt Kühlleistung gewonnen werden können. Das entspricht in etwa der Heizleistung von bis zu 100 Einfamilienhäusern oder der Leistung von fast 5.000 haushaltsüblichen Kühlschränken.

Gebäude steuert selbst Energieeinsatz

Flankiert wird die Energieanlage durch bauliche Maßnahmen, um die Energie effizient einzusetzen und um Kosten zu sparen. Sogar das Bürogebäude selbst trägt zur Energieoptimierung bei. Zum Beispiel mit einem automatisch einstrahlungsgeregelten, verstellbaren Sonnenschutz, wärmegedämmten Außenwänden und einer Bauteilaktivierung, mit der die Betondecke zur Temperaturregelung genutzt wird. Auf dem Dach kühlen Kräuter und Gräser die Decke. Eine Photovoltaikanlage auf dem Werkstattgebäude produziert jährlich bis zu 150.000 Kilowattstunden Strom. Das entspricht dem Verbrauch von ca. 40 Zweipersonen-Haushalten.

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