Styropor-Recycling wird wahr

Eine erste Referenzanlage mit einer Jahresleistung von 3.000 Tonnen soll in den Niederlanden im Sommer 2021 in Betrieb gehen.

Das von mittlerweile 74 Herstellern und Partnern aus der gesamten Wertschöpfungskette initiierte und auf dem „CreaSolv-Verfahren“ basierende Projekt „PolyStyreneLoop“ befindet sich in der Zielgeraden. In Terneuzen (Niederlande) wird eine Referenzanlage mit einer Jahresleistung von 3.000 Tonnen errichtet. Sie wird eine lösemittelbasierte Aufbereitung von expandiertem Polystyrol (EPS) und extrudiertem Polystyrol (XPS) ermöglichen. Dabei können nicht nur verschmutzte Baustellenabfälle verarbeitet werden, sondern auch Alt-Dämmstoffe mit dem Flammschutzmittel HBCD. Das im HBCD enthaltene wertvolle Brom wird zurückgewonnen und wiederverwendet.
Die Bauarbeiten schreiten zügig voran. Nach der Bauplatzschaffung mit umfangreichen Gründungsarbeiten im Frühjahr 2020, wurde die Stahlkonstruktion errichtet und mit Fassadenpaneelen verkleidet. In weiterer Folge wird die Anlagentechnik installiert. Im Mai 2021 ist die Inbetriebnahme der Recycling-Anlage geplant, ab Juli 2021 startet der Betrieb.
„Bis dato gab es nur Pläne und 3D-Animationen der Referenzanlage in Terneuzen. Jetzt haben wir endlich etwas zum Anfassen! Mit der Fertigstellung des Rohbaus sind wir bei der Umsetzung der innovativen Verwertungsmethode PolyStyreneLoop einen entscheidenden Schritt weitergekommen,“ freut sich Clemens Demacsek, Geschäftsführer der GPH Güteschutzgemeinschaft Polystyrol-Hartschaum.

Abbruchabfälle gesucht


Die Sammlung und Lagerung von HBCD-haltigen Abbruchabfällen aus Polystyrol-Schaum ist voll im Gange. Dazu gibt es in der Nähe der Recyclinganlage in Terneuzen mehrere kleine Depots, in denen bereits etwa 100 Tonnen kompaktierte Schaumstoffabfälle eingelagert wurden. Die Hauptlieferanten sind derzeit Recyclingbetriebe aus den Niederlanden und Deutschland, es gibt aber auch schon Gespräche mit österreichischen Betrieben. Bis April 2021 soll die Menge auf 500 Tonnen Polystyrol-Schaum anwachsen, um zum Produktionsstart genügend Rohstoff zur Verfügung zu haben.

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