Kampf gegen Klimawandel

Das Austrian Institute of Technology entwickelt eine digitale Lösung für eine nachhaltige Städteplanung der Zukunft.

Der Hitzesommer 2019 hat deutlich gemacht, wie notwendig Klimabewertungen und entsprechende Anpassungsmaßnahmen in unseren Städten sind, um eine hohe Lebensqualität zu erhalten. Dazu braucht es intelligente digitale Plattformen und IT-Systeme, um Raumplanung, Architektur, Verkehrsmanagement und Energieversorgung für unsere Lebensbereiche in Zeiten des Klimawandels gestalten zu können.

Im vom AIT Austrian Institute of Technology koordinierten Horizon 2020 Projekt „Clarity“ (Integrated Climate Adaptation Service Tools for Improving Resilience Measure Efficiency) werden innovative digitale Werkzeuge und Dienstleistungen entwickelt, mit deren Hilfe negative Auswirkungen des Klimawandels auf Europas Städte analysiert und bewertet werden können. Von insgesamt 17 europäischen Partnern sind aus Österreich neben dem AIT, Center for Digital Safety & Security und Center for Energy, auch die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, die Smart Cities Consulting, sowie die Stadt Linz beteiligt. „In ‚Clarity‘ bauen wir smarte IT-Systeme, um Klimarisiken und entsprechende Anpassungsmaßnahmen einfacher bewertbar zu machen, damit eine moderne und zielgerichtete Stadtplanung unterstützt werden kann“, erläutert der Projektleiter und Experte für Krisen- und Katastrophenmanagement Denis Havlik vom AIT Center for Digital Safety & Security.

Klimasimulationen

Gemeinsam mit der Stadt Linz, sowie einem internationalen Partner-Netzwerk, wurden im Rahmen von „Clarity“ lokale und stadtweite Klimasimulationen für aktuelle und künftige Klimaperioden durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die jährliche Anzahl an Hitzetagen im Jahreszeitraum 2021 – 2050 in der Linzer Innenstadt gegenüber 1971 – 2000 von rund 10 Tagen auf durchschnittlich 25 Tage zunehmen wird. Für die durchschnittliche jährliche Anzahl an Tropennächten ist im selben Zeitraum ohne Gegenmaßnahmen ein Anstieg von 18 auf 34 Tagen prognostiziert. Um diese zunehmende städtische Hitzebelastung mindern zu können, demonstrierte das AIT Center for Energy anhand von Mikro-Klimasimulationen für drei verschiedene Stadtteile in Linz, welche Entwicklungen in diesen Gebieten mit und ohne Anpassungsmaßnahmen zu erwarten wären.

Das Projekt läuft bis August 2020. Danach sind die entwickelnden Szenarien und Climate-Services über die im Rahmen des Projekts aufgebaute Plattform unter anderem für Klimaexperten und Stadtplaner, aber auch interessierte Städte abrufbar.

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