Zeitplan der Gas-Energiewende steht

Bis 2040 müssen Österreichs Gasversorger die klimaneutrale Energieversorgung mit Wasserstoff und anderen Grünen Gasen sicherstellen. Die Gaswirtschaft legt einen Transformationspfad vor. Unternehmen setzen erste Schritte.

Damit die Energiewende hin zu Grünen Gasen technisch reibungslos gelingt, hat die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) rund zwei Dutzend Studien in Auftrag gegeben und ist strategische Forschungs-Partnerschaften mit deutschen Gasverbänden eingegangen. Die vorliegenden Ergebnisse belegen, dass Grünes Gas eine wichtige Säule im bestehenden wie auch künftigen Energiemix ist.

In den bisherigen Studien geht es um wichtige Grundlagen für die Umstellung, wie etwa das Brennverhalten der neuen Gase, die Werkstoffverträglichkeit der Bestandsnetze gegenüber Wasserstoff oder auch neuer Möglichkeiten zur Erzeugung Grüner Gase. Weiters wurde die Energiedichte gemessen oder untersucht, wie Wasserstoff abgerechnet werden wird. „Am Ende werden die Kunden nichts merken, wenn sie mit mehr Wasserstoff ihre Gasheizung betreiben oder Warmwasser aufbereiten“, sagt Michael Haselauer, Präsident der ÖVGW.

„Unser Zeitplan für die Umstellung der Gasinfrastruktur von fossilem auf Grünes Gas ist fix“, sagt Peter Weinelt, Obmann des Fachverbands Gas Wärme (FGW) und Generaldirektor Stellvertreter der Wiener Stadtwerke. „Wir haben einen klaren, kundenfreundlichen Plan. Und wir schaffen das unter den richtigen Rahmenbedingungen“, führt Weinelt aus.

Der Zeitplan der Gaswirtschaft

Ab 2021
•    Einsatz von für Wasserstoff geeigneten Komponenten bei Routine-Tausch
•    Anpassung des Netzes an künftigen Wasserstoff-Transport
•    Sukzessiver Ersatz von Erdgas durch Grünes Gas

2021/2022
•    Evaluierung der Wasserstoffverträglichkeit des bestehenden Gasnetzes
•    Ermittlung von optimalen Einspeisepunkten ins Gasnetz für Biomethan und Wasserstoff

Bis 2040
•    Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur und Anschluss an das europäische Wasserstoff-Fernleitungsnetz (H2-Backbone)

2040
•    Gasinfrastruktur garantiert eine hundertprozentige klimaneutrale Energieversorgung mit Wasserstoff und anderen Grünen Gasen

 

Energiewende mit Gas

Die Energiewende mit Gas kommt schrittweise. Laufend sollen die eingespeisten Mengen an Erneuerbaren Gasen und Wasserstoff angehoben werden. Aktuell können bis zu zehn Prozent Wasserstoff im Gasnetz ohne technische Probleme beigemischt werden. Bestehende Gasendgeräte verarbeiten das Gasgemisch einwandfrei. Gleiches gilt natürlich auch für Anwendungen in der Industrie oder bei der Stromerzeugung.

Grüner Wasserstoff für Europa

Österreichs Potential an Biomethan und Wasserstoff wird für den 100prozentigen Ersatz von fossilem Gas nicht ausreichen. Aufgrund der vorhandenen Infrastruktur, insbesondere der Gasdrehscheibe Baumgarten, sowie der geographischen und geopolitischen Lage hat Österreich beste Voraussetzungen, um Grüne Gase zu importieren. Aktuell treibt die RAG Austria AG ein konkretes Wasserstoff-Projekt gemeinsam mit Partnern voran: Wasserstoff aus Sonne und Wind soll künftig in der Ukraine hergestellt und für den saisonalen Bedarf in Österreich und Bayern gespeichert werden. „Dieses Infrastrukturprojekt ist unabdingbar für die zukünftige Sicherung der Energieversorgung in Europa“, sagt Markus Mitteregger, CEO der RAG Austria AG.

Gaswirtschaft fordert Anreize  

Fachverbandsobmann Peter Weinelt greift die im Regierungsprogramm der Bundesregierung formulierten Ausbauziele zu Grünem Gas und die dringend notwendige Verknüpfung von Strom- und Gasinfrastruktur auf: „Damit wir Klimaneutralität in Österreich bis 2040 erreichen, brauchen wir nicht nur eine Strom-, sondern auch eine Gaswende.“ Die heimische Gaswirtschaft sei bereit, sofort mit der Umstellung der Gasversorgung zu beginnen. „Was wir jetzt brauchen, sind Anreize zur Förderung von Grünem Gas, also Biomethan und Wasserstoff. Hingegen bremsen Technologieverbote die Weiterentwicklung von Grünem Gas und Innovationen“, so der Obmann weiter.

 

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