Überraschend gut

2020 ist für Pichler-Lufttechnik besser ausgegangen als erwartet, so Geschäftsführer Gernot Pichler.

INTERVIEW: Gernot Pichler

Gernot Pichler, Geschäftsführer von Pichler-Lufttechnik, über 2020, die Corona-Auswirkungen und jene Produkte, die eigentlich heuer in Wels präsentiert worden wären.

Building Times: Hr. Pichler, 2020 hatten viele Unternehmen besondere Herausforderungen zu meistern. Wie ist es Ihnen ergangen? Hat die Pandemie zu Lieferengpässen geführt?

Pichler: Die Auftragslage im Jahr 2020 war im 2. Halbjahr doch überraschend gut, in Summe war es ein gutes Jahr für die Firma J. Pichler GmbH. Die Preisentwicklung am Rohmaterialsektor sowie die Situation der Lieferketten sind aber aktuell sehr angespannt und sowohl Materialzuschläge als auch Liefertermine können sich kurzfristig ändern.

BT: Wurden große Projekte verschoben oder überhaupt zu den Akten gelegt?

Pichler: Die Investitionsprämie wirkt in einigen Branchen, sie ist ein guter Anreiz für Neuinvestitionen. Davon können die Baubranche und ihre Zulieferer profitieren.

BT: Haben die Verwerfungen im ersten Halbjahr 2020 am Ende zu Umsatzeinbußen geführt?

Pichler: Natürlich kam es in den Monaten März, April zu Umsatzeinbußen auf Grund des Baustopps. Der auftragsstarke Sommer konnte jedoch einiges wieder wettmachen.

BT: Die Pandemie hat dazu geführt, dass die Raumluft zumindest medial deutlich mehr in den Fokus gerückt ist. Macht sich dieser Hype auch in der Realität bei Projekten bemerkbar?

Pichler: Man spricht wieder über „Frischluft“-Anlagen, welche verstärkt nachgefragt werden. Ein gut geplantes mechanisches Lüftungssystem mit Außenluft kann das Risiko einer Infektion durch Viren und Bakterien in Innenräumen deutlich reduzieren und damit gleichzeitig ein behagliches Raumklima im ganzen Gebäude schaffen.

BT: Üblicherweise werden im Messefrühling neue Produkte präsentiert. Gibt es bei Pichler-Lufttechnik eine Innovation, die Sie sonst in Wels präsentiert hätten?

Pichler: Jüngste Produkte aus unserer hauseigenen Forschung- & Entwicklung sind der „Psol+-Tower“, eine Erweiterung unseres PKOM4-Wärmepumpenkombigerätes, um die Kombination mit erneuerbarer Energie (Photovoltaik und Energiemanagement) und das LG 100, unser dezentrales Multitalent für alle Einbaulagen. Weiters bauen wir unsere Brandschutzkompetenz mit der wartungsfreien Entrauchungsklappe ERLK(ER)-multi für den Einsatz in Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sowie Druckbelüftungsanlagen weiter aus.

BT: Sie bieten Ihren Kunden eine Reihe von BIM- und CAD-Daten sowie Web-Seminare. Können Sie eine gesteigerte Nutzung dieser Tools und Angebote feststellen?

Pichler: Ja, unsere Webinare werden derzeit stark nachgefragt. Wir erweitern unser Webinar-Programm auch laufend, um aktuelle Themen, wie „Schullüftung“ und „Luftbefeuchtung“. Darüber hinaus fragen Unternehmen wieder vermehrt nach maßgeschneiderten „Inhouse“-Schulungen zu speziellen Themen, die wir für kleine Gruppen gerne anbieten.

DIE FIRMA

Pichler-Lufttechnik wurde 1959 vom Großvater des Geschäftsführers Gernot Pichler gegründet. Das Unternehmen hat den Firmensitz und die Produktion in Klagenfurt und darüber hinaus fünf Niederlassungen in Österreich und Südosteuropa. In der Pichler-Gruppe sind insgesamt 270 Mitarbeiter beschäftigt, 220 davon in Österreich.

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